News aus dem Thurgau

Weniger Mitglieder, mehr Stellenprozente

von Ernst Ritzi
min
29.05.2023
Kirchenrat und Verwaltung der Evangelischen Landeskirche Thurgau sollen gestärkt werden, damit sie die Kirchgemeinden besser unterstützen können. Dazu soll das Stellenpensum von Kirchenrat und Kanzlei erhöht werden und der Kirchenrat soll wieder mit fünf statt mit sechs Mitgliedern arbeiten.

Mit ihrem Entscheid ├╝ber die Organisation von Kirchenrat und Kanzlei nimmt die Synode am 26. Juni 2023 eine wichtige Weichenstellung vor. In einem breiten Organisationsentwicklungsprozess hat der Kirchenrat in den letzten eineinhalb Jahren einen Vorschlag entwickelt, wie Kirchenrat und landeskirchliche Verwaltung ihre Aufgaben und die Dienstleistungen f├╝r die Kirchgemeinden zukunftsgerichtet erf├╝llen k├Ânnen.

Mit der Neuorganisation sollen die bis anhin gepflegten ┬źkurzen Wege┬╗ weitergef├╝hrt und die Dienstleistungen an die Kirchengemeinden in den Bereichen von Recht, Finanzen und Bauten und die Beratung und Begleitung bei der Organisationsentwicklung und in Konfliktsituationen verst├Ąrkt werden. Der Kirchenrat will in der inhaltlichen Arbeit weiterhin auch operativ t├Ątig sein und damit die N├Ąhe zur inhaltlichen Arbeit der Fachstellen der Landeskirche und zum Leben in den Kirchengemeinden aufrechterhalten.

Kirchenrat will verst├Ąrkt strategische Aufgaben wahrnehmen

Zus├Ątzlich will der Kirchenrat sich verst├Ąrkt strategischen Aufgaben wie der Weiterentwicklung und Innovation im kirchlichen Leben annehmen. Die bisher von den Mitgliedern des Kirchenrates bei der Leitung und F├╝hrung ihrer Ressorts geleistete Arbeit war in den zugeteilten Pensen nur zum Teil abgebildet. Bei allen Kirchenratsmitgliedern ging die geleistete Arbeit deutlich ├╝ber das Pensum hinaus. Um die Arbeit weiterhin zu gew├Ąhrleisten und um Raum f├╝r strategische Aufgaben wie die Kirchenentwicklung zu gewinne, beantragt der Kirchenrat der Synode eine Aufstockung des Stellenumfangs f├╝r das Gesamtgremium von 180 auf 225 Stellenprozente.

An bew├Ąhrter Ressortorganisation festhalten

Bei der Auslegeordnung im Rahmen der Organisationsentwicklung hat sich gezeigt, dass die inhaltlichen Ressorts, in denen der Kirchenrat schon seit einigen Jahren arbeitet, bew├Ąhrt haben. Bei der Frage, ob der Kirchenrat auch einen Teil seiner operativen T├Ątigkeiten an die Verwaltung abgeben k├Ânnte, hat sich herausgestellt, dass die Aufgaben des bisherigen Ressorts ┬źRecht und Gesetzgebung┬╗, das auch die kirchlichen Bauten umfasst, zum gr├Âssten Teil in der Verwaltung erledigt werden k├Ânnten. Der Kirchenrat schl├Ągt der Synode deshalb mit seiner Botschaft zur Neuorganisation vor, die Mitgliederzahl und damit auch die Ressorts im Kirchenrat von derzeit sechs auf f├╝nf zu reduzieren.

Die Aufgabenbereiche Recht, Gesetzgebung und kirchliche Bauten und die Triage der Beratungsaufgaben zugunsten der Kirchgemeinden sollen in die Verwaltung der Landeskirche verlagert werden. Konkret stellt der Kirchenrat der Synode den Antrag, die Mitgliederzahl des Kirchenrates mit dem Beginn der neuen Amtsdauer am 1. Juni 2024 von derzeit sechs auf f├╝nf Mitglieder zu reduzieren. Der Kirchenrat schl├Ągt der Synode vor, dass bei der Gesamterneuerungswahl des Kirchenrates f├╝r die Amtsdauer 2024 bis 2028 anstelle der derzeit sechs nur noch f├╝nf Kirchenratsmitglieder gew├Ąhlt werden sollen.

Kirchenrat Hanspeter Heeb verzichtet auf Wiederwahl

In den Gespr├Ąchen zur Organisationsentwicklung hat sich herausgestellt, dass das bisherige Kirchenratsmitglied Hanspeter Heeb, Romanshorn, der das Ressort ┬źRecht und Gesetzgebung┬╗ betreut, sich f├╝r eine Wiederwahl f├╝r die Amtsdauer 2024 bis 2028 nicht mehr zur Verf├╝gung stellt. Die ├╝brigen Kirchenratsmitglieder haben die Absicht, ihre Ressorts wie bis anhin zu behalten und sich einer Wiederwahl zu stellen. Es sind dies: Christina aus der Au im Pr├Ąsidium des Kirchenrates; Ruth Pfister im Ressort ┬źKirche Kinder und Jugend┬╗; Gerda Sch├Ąrer im Ressort ┬źErwachsenenbildung und Kirchenmusik┬╗; Pfarrer Paul Wellauer im Ressort ┬źDiakonie und ├ämter┬╗ und Pfarrer Lukas Weinhold im Ressort ┬źSeelsorge und Mission┬╗.

Triage f├╝r Beratung der Kirchgemeinden neu in der Verwaltung

Die Neuorganisation hat auch Auswirkungen auf die landeskirchliche Verwaltung auf der Kirchenratskanzlei. Der Kirchenrat schl├Ągt der Synode vor, f├╝r die Kirchenratskanzlei eine Verwaltungsleitung einzusetzen. Diese w├Ąre verantwortlich f├╝r die personelle F├╝hrung des Qu├Ąstorats, des Sekretariats und der neuen Stelle zur Beratung und Unterst├╝tzung der Kirchgemeinden.

Die neue Organisation geht davon aus, dass die administrativen und operativen T├Ątigkeiten in der landeskirchlichen Verwaltung konzentriert werden. Damit werden Aufgaben, die bisher von den Mitgliedern des Kirchenrates oder von den landeskirchlichen Fachstellen erledigt wurden, in die Verwaltung verschoben. Teil der Verwaltung ist auch die neue Fachstelle Kommunikation. F├╝r die vorgesehene Konzentration und die B├╝ndelung der administrativen Aufgaben und der Dienstleistungen an die Kirchgemeinden in der landeskirchlichen Verwaltung beantragt der Kirchenrat f├╝r die Kanzlei eine Erh├Âhung der Stellendotationen von 360 auf 450 Stellenprozent.

M├Âglicherweise muss der Zentralsteuerfuss erh├Âht werden

Zum Gesamtpaket Organisation von Kirchenrat und Kanzlei hat der Kirchenrat, wie das von der Gesch├Ąftspr├╝fungskommission der Synode im Vorfeld verlangt wurde, einen Finanzplan f├╝r die Jahre 2024 bis 2027 erstellt. Aufgrund des Finanzplans zeigt sich, dass f├╝r die Stellenerweiterung in Kirchenrat und landeskirchlicher Verwaltung mittelfristig eine Erh├Âhung des Zentralsteuerfusses von 2.5 auf 2.6 Prozent erforderlich sein k├Ânnte. Dank der guten Rechnungsabschl├╝sse der vergangenen Jahre besteht keine Notwendigkeit, den Steuerfuss schon ab 2024 zu erh├Âhen. Seit dem Jahr 2000 liegt der Zentralsteuerfuss bei 2.5 Prozent, davor lag er schon einmal bei 2.6 Prozent.

Verhandlungen der Synode sind ├Âffentlich

Die Verhandlungen der Thurgauer Synode vom Montag, 26. Juni 2023, sind ├Âffentlich. Sie finden von 9.15 bis 12.00 Uhr und von 13.45 bis 17.00 Uhr im Rathaus in Frauenfeld statt. Zuvor wird in der evangelischen Stadtkirche in Frauenfeld um 8.00 Uhr ein ├Âffentlicher Synodegottesdienst unter Mitwirkung des ┬źThe Basel Youth Choir┬╗ aus Sabah/Malaysia gefeiert.

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