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Leben & Glauben

Raus aus dem Elternhaus

22.04.2020
Gott liebt die Menschen bedingungslos. So wird das Gleichnis vom verlorenen Sohn oft ausgelegt. Doch wer ist im Gleichnis wirklich verloren? (Lk 15,11-32)

Ein Vater hat zwei Söhne. Der eine lässt sich sein Erbe auszahlen, er verlässt den väterlichen Hof und verprasst das Geld in der Fremde. Arm und abgerissen kommt er zurück und wird dennoch liebevoll vom Vater aufgenommen. Der zweite Sohn, der auf dem Hof geblieben ist und den Betrieb weitergeführt hat, betrachtet missmutig das Freudenfest, das der Vater für den heimgekommenen Sohn ausrichtet.

Ein Vater hat zwei Söhne, eine Mutter hat zwei Töchter, ein Paar hat zwei Kinder. Eine übliche Familiensituation. Wenn Kinder erwachsen werden, dann folgt das Unvermeidliche: Sie lösen sich von den Eltern und suchen einen eigenen Platz in der Welt. Erwachsen werden ist keine einfache Zeit, für Eltern nicht, aber für die Kinder auch nicht.

Die Brave und die coole Revoluzzerin

Die Geschichte vom verlorenen Sohn beschreibt zwei grundverschiedene Wege, wie Kinder auch heute noch erwachsen werden. Das eine ist neugierig, wagemutig und bereit für Neues, das andere ist bedacht auf Sicherheit und Bewährtes. Das erste nimmt von den Eltern, was es bekommen kann. Es macht sich auf in ein fernes Land und probiert sich aus. Das andere bleibt, lernt fleissig und zuverlässig den Beruf des Vaters und übernimmt den elterlichen Betrieb.

Was uns das Gleichnis da zeigt, sind Familienkonstellationen, die man oft beobachten kann. Ein Kind geht weg, bricht aus der Welt der Eltern aus und lebt sein eigenes Leben. Meistens ist das dann die coole Revoluzzerin. Ein zweites Kind bleibt, lebt das Leben, das die Eltern und vielleicht auch schon die Grosseltern gelebt haben: in der gleichen Branche, im gleichen Dorf, vielleicht sogar auf dem gleichen Grundstück. Das erste Kind will ein eigenes Leben. Das zweite will das bewährte weiterführen, es will wissen, wer es ist, auf den Schultern der Generationen vor ihm oder ihr. Es spielt auf Sicherheit.

Wer wirklich verloren ist

Das Gleichnis heisst ja «Vom verlorenen Sohn». Es scheint in allen bekannten Auslegungen immer klar, dass das verlorene Kind das ist, das weggeht und in der Ferne scheitert. Das brav zu Hause gebliebene geht nicht verloren und muss deshalb auch nicht gefunden werden. Es hat Heimat, Sicherheit, Anerkennung, Tradition. Trotzdem frage ich mich, ob das «verlorene» Kind auf seinem Weg nicht auch etwas gefunden hat: Erfahrungen, ein anderes Leben, einen anderen Blick auf die Welt. Fundstücke, die das zu Hause gebliebene Kind sich gar nicht erst traut zu vermissen. Und dann frage ich mich und Sie, welches von beiden ist nun wirklich das verlorene?

Text: Andrea Hofacker, Pfarrerin, Rebstein-Marbach | Bild: wikimedia – Kirchenbote SG, Mai 2020


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

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