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Politik

St. Galler Synode per Post

30.06.2020
Die Synode, das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, konnte erstmals nicht physisch zusammenkommen. So befanden die Parlamentarierinnen und Parlamentarier schriftlich über die Vorlagen – die Rechnung, den Amtsbericht oder die Wahl des Parlamentspräsidenten.

Überlegt hatte sich das Präsidium des Büros der Synode noch, ob sich das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche in der Kirche St.Laurenzen in St.Gallen versammeln könnte. Allerdings sah man davon ab. Zwar wären die derzeitigen Abstandsregeln einzuhalten gewesen, doch zu vielen hätte die Sicht auf das Podium gefehlt. Mehr Weitblick versprachen schriftliche Abstimmungen und Wahlen. Rund siebzig Prozent der Abgeordneten nahmen daran teil.

Parlament in Pfarrerhand
Zu bestellen hatte das Parlament zunächst den Vorsitz und das Büro der Synode. So ist in den kommenden zwei Jahren die Synode in Pfarrerhand. Marcel Wildi präsidiert sie. Er ist Pfarrer in Buchs und im Fürstentum Lichtenstein. Als Vizepräsident unterstützt ihn Stefan Lippuner, Pfarrer im Kirchkreis Linsenbühl der Kirchgemeinde St.Gallen C.

Neue Dekanin des Kirchenbezirkes Rheintal wird Manuela Schäfer. Sie ist Pfarrerin in Berneck und tritt die Nachfolge von Pfarrer Renato Tolfo an. Als Dekanin ist sie Bindeglied zwischen der Pfarrschaft des Bezirks und dem Kirchenrat, setzt etwa Pfarrpersonen in ihr Amt ein oder ist erste Ansprechperson bei Konflikten.

Neben den Wahlen hatten die Synodalen auch über einige Sachgeschäfte zu befinden. So genehmigte das Parlament Amtsbericht und Rechnung 2019. Letztere schliesst bei einem Aufwand von knapp 22,7 Millionen Franken mit einem Vorschlag von rund 160 000 Franken. Das Budget ist noch von einem leichten Rückschlag von 30 000 Franken ausgegangen. Grund für die Besserstellung sind höhere Steuereinnahmen.

Nachhaltige Anlagen
Schliesslich nahm die Synode die Anlagerichtlinien der Kantonalkirche zustimmend zur Kenntnis. Das Parlament hatte im vergangenen Sommer dem Kirchenrat den Auftrag erteilt, entsprechende Richtlinien zu erstellen. Diese sehen nun vor, dass die Kantonalkirche nur dann Anlagen tätigen kann, wenn diese den ESG-Kriterien genügen. ESG steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (Environment, Social, Governance). Zudem müssen die Anlagen menschenrechtskonform sein. Schliesslich sind Anlagen in Branchen wie der Rüstungsindustrie, Kernenergie oder Kohle nicht möglich. «Dem Kirchenrat ist es wichtig, liquide Mittel nach ökologischen, christlich-etischen und sozialen Aspekten anzulegen», sagt Martin Schmidt, Präsident des Kirchenrates, «im Wissen, dass dadurch die Rendite möglicherweise bescheidener ausfällt».

 

Text: Andreas Ackermann, kid , Foto: Eliane Burgherr – Kirchenbote SG, 30. Juni 2020


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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