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Kirche

Thurgauer Kirchen als Entwicklungspartner

01.12.2016
Menschen und speziell Kinder rund um den Globus in ihrer Entwicklung fördern – dies zeichnet sich als Schwerpunkt ab bei der Entwicklungszusammenarbeit der Thurgauer evangelischen Kirchgemeinden. An Beispielen wird die Wichtigkeit von Einzelinitiativen und kollektiver Solidarität ersichtlich.

Von David Gysel

Thurgauer Kirchgemeinden können rund um den Globus Entscheidendes bewegen. Entscheidend – weil sich das Schicksal von Menschen positiv verändert. Meist beginnt die
Entwicklungszusammenarbeit in Köpfen und Taten von Einzelpersonen. Die Solidarität ganzer Kirchgemeinden multipliziert die Früchte.

Vom Mittagstisch zum Hilfszentrum

In Alterswilen-Hugelshofen wünschte der damalige Präsident der Kirchenvorsteherschaft vor mehr als 20 Jahren über pauschale Kollekten an Hilfswerke hinaus ein persönliches Engagement der Kirchgemeinde. Die Freundin eines Gemeindemitglieds hatte in Bolivien einen Mittagstisch eröffnet. Aus dem schnell wachsenden Mittagstisch wurde eine christliche Schule, die dazu beitragen konnte, dass Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen nicht auf der Strasse lebten. Das «Centro Villa Candelaria» war entstanden. Die Kirchgemeinde widmet seither unter anderem den Suppentag dieser Arbeit. Eine Gruppe aus der Kirchgemeinde war im Jahr 2000 zum ersten Mal vor Ort. Es folgten zahlreiche Aufenthalte zur Mitarbeit im Betrieb, speziell für Baufragen. Das Zentrum kann auf die regelmässige Mitarbeit von Kemmentaler Volontärinnen und Volontären zählen.


Horn fördert verschiedene Projekte

Die Finanzierung eines Speisesaals für ein kirchliches Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in der westukrainischen Region Transkarpatien war 2016 der Schwerpunkt in Horn. Die evangelische Kirchgemeinde hatte diese Idee in die Serie der «Horner Dorfprojekte» eingebracht. Auf jeweiligen Vorschlag der evangelischen oder katholischen Kirchgemeinde hin entscheidet sich das Dorfkomitee, dem auch Mitglieder des Gemeinderats und der Schulbehörde angehören, für befristete Projekte. Eine Gruppe aus Horn nahm im Mai einen Augenschein vor Ort. Eine Teilnehmerin schreibt: «Es darf nicht vergessen werden, dass die Kinder und Jugendlichen mit schwerer oder kleinerer Behinderung keine Unterstützung des Staates erhalten.»

Sturm nicht nur am Bodensee

Stürme richten in Haiti mehr Schaden an als am Bodensee. So waren gewisse Kollekten der
Kirchgemeinde Romanshorn-Salmsach für die Karibik-Insel bestimmt. Der Bezug zu Haiti besteht durch ein Ehepaar aus der Gemeinde, das dort nach einem beruflichen Aufenthalt
eine Berufsschule für Schneiderinnen und ein Kinderhilfswerk aufgebaut hat. Auf Sturm stehen die Zeichen aber auch im Norden Kameruns. Dort löst die Terrorbewegung Boko Haram grosse Flüchtlingsströme aus. Auch hier machten persönliche Beziehungen mehrerer Kirchenmitglieder den Anfang – und die Kirchgemeinde widmete den November-Bazar sowie einen Teil des Ostersammelprojekts unter anderem dem Aufbau eines Krankenzentrums in einem Ansiedlungsgebiet für Flüchtlinge.

Kinderförderung besonders wichtig

Die Förderung von Kindern ist zentral. Deshalb tragen die Kirchgemeinden von Sulgen-
Kradolf sowie Erlen christliche Kinderprojekte in Kenia respektive in Honduras. Casa Girasol
in Honduras wurde von einem Erler aufgebaut, für die Unterstützung von Waisenhäusern
in Kenia gab die wiederholte Mitarbeit einer jungen Schönenbergerin den Ausschlag. Über beide konnte der Kirchenbote schon berichten.