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Gesellschaft

Kanton Luzern: Anzahl Freikirchen wächst

Eine neue Auswertung der Universität Luzern zeigt: Der Kanton Luzern wird glaubenstechnisch immer vielfältiger. Vor allem buddhistische und christliche Gemeinschaften nehmen zu.

Der Kanton Luzern darf sich reich wähnen – zumindest, was die Vielfalt seiner religiösen Gemeinschaften betrifft. Über 200 religiöse Gruppen und Gemeinschaften sind es mittlerweile, wie die Universität Luzern in einer Mitteilung schreibt.
Neu hält eine detaillierte Karte die Orte der mehr als 200 religiösen Gruppen, Gemeinden, Kirchen und Zentren punktgenau fest. Die Karte steht auch online zur Verfügung – online kann man die Informationen auch nach Zeitraum oder Glaubensrichtung filtern oder sich erloschene Gemeinschaften anzeigen lassen. Man habe dieses Projekt 2004 gestartet, weil es diese Informationen gebündelt davor gar nicht gab, sagt Anne Beutter, Wissenschaftliche Assistentin für Religionswissenschaft, die an der Erhebung mitgewirkt hat. «So haben wir ein besseres Bild davon, wie die Glaubenslandschaft im Kanton sich zusammensetzt», sagt Beutter.

Mehr Buddhismus als Islam
Das Bundesamt für Statistik erfasse lediglich die Anzahl Gläubigen nach Zugehörigkeit, über die Anzahl Gruppen habe man kaum Kenntnis. Diese beiden Zahlen unterscheiden sich je nachdem aber stark: So fand man am Seminar in Luzern heraus, dass im Kanton mittlerweile zwölf buddhistische Gemeinschaften existieren und es in den vergangenen zehn Jahren mehr christliche Neugründungen von Gemeinschaften gab als muslimische. Dies, obwohl die Buddhisten in der Bevölkerung von der Zahl der Mitglieder her viel marginaler sind als die Muslime. Die Anzahl Freikirchen in der Zentralschweiz sei in den letzten Jahren auch gewachsen – die Anzahl Mitglieder der Freikirche ist jedoch innerhalb der Gesellschaft sehr klein.

Beitrag zur Aufklärung
Die Gründe dafür seien unterschiedlich. So führten neue inhaltliche Ausrichtungen zu jeweiligen Eigen- und Neugründungen. Spannend sei, so Beutter, «dass der christliche Glaube am Anfang einheitlicher organisiert war, über lange Zeit, im letzten Jahrhundert aber eine Diversifizierung erlebt». Man hoffe, so zumindest auch indirekt einen Beitrag zur Aufklärung und Wissensvermittlung zu leisten, sagt Beutter. «Man sieht in puncto Neugründungen von islamischen Gemeinschaften, dass das mediale Bild von einer Islamisierung der Schweiz nicht ganz korrekt ist.»
Man wolle nun weitere Wege suchen, die Vielfalt der Religionen in Luzern für alle erlebbar zu machen. So sei ein Audioguide in Planung, der als App auf das Smartphone geladen werden kann.  

Anna Miller, 25.2.2017
    
Die Onlinekarte ist zu finden unter:
www.unilu.ch/rel-LU