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Kirche

Musik beschäftigt weiter

An der Synode der Evangelischen Landeskirche Thurgau gab es Lob für den Kurs des Kirchenrates und das neue Liederbuch. Diskutiert wurde über die Musik-Fachstelle.

Mehr gestalten, weniger verwalten: Diese Akzentverschiebung, die der Kirchenrat im Jahresbericht 2016 zum Ausdruck brachte, gefiel den Synodalen. Offensichtlich wird die neue Ausrichtung auch durch die Arbeiten für eine lebendige Zukunft der Kirche (siehe auch Seite 3).

Kirchenrat erkennt Potenzial
«Wir sehen Optimierungsmöglichkeiten, für Herbst sind Gespräche geplant», antwortete
Kirchenrätin Ruth Pfister auf die Frage von Christian Lohr nach einem landeskirchlichen Konzept zum Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung. Erneut diskutiert wurde an der Synode die Fachstelle Popularmusik. Der Kirchenrat beantragte eine auf vier Jahre befristete Weiterführung der Fachstelle, nachdem die Herbstsynode es abgelehnt hatte, eine definitive Fachstelle für Kirchenmusik zu schaffen.

Neuer Name für Musik-Fachstelle
Im Auftrag des Verbandes evangelischer Kirchenchöre im Thurgau beantragte Elsbeth Graf
aus Berg die thematische Ausweitung der Fachstelle Popularmusik. Ihr Antrag setzte sich in
mehreren Abstimmungsgängen durch, in denen Varianten gegenübergestellt wurden, die
sich bezüglich Dauer, Stellenumfang und Stilrichtung unterschieden. Resultat ist, dass die
noch bis Ende 2017 befristete Fachstelle Popularmusik ab Januar 2018 neu als «Fachstelle
Musik in der Kirche» weitergeführt wird. Dies befristet bis Ende 2021 und dotiert mit 40 Stellenprozenten. Somit steht der Einführung des von allen Votanten gelobten neuen Thurgauer Liederbuchs «Rückenwind» in den Kirchgemeinden nichts mehr im Weg.

Reformationsgedanken ernst nehmen
Der Aargauer Kirchenratspräsident Pfarrer Christoph Weber-Berg gab in seinem Gastreferat «Reformulierter Glaube» Anregungen zur kirchlichen Verständigung. Den Reformationsgedanken ernst zu nehmen, bedeutet für Christoph Weber-Berg, sich aus dem Glauben heraus erneuern zu lassen und Kirche aus dem Evangelium heraus zu feiern. «Es geht nicht darum, die Reformation als Ereignis zu feiern. Wir feiern Reformation, indem wir um eine verständliche Sprache des Glaubens ringen.»


(Brunhilde Bergmann, 22. Juli 2017)

 

Synode-Journal

An der Synode der Evangelischen Landeskirche vom 26. Juni 2017 wurden verschiedene
Traktanden behandelt. Das Journal fasst die wichtigsten Punkte zusammen:

Rechnung. Überschuss von 426‘000 statt Rückschlag von 20‘000 Franken: Insbesondere aufgrund von höheren Steuereinnahmen und geringeren Ausgaben im Finanzausgleich schloss die Rechnung 2016 viel besser als erwartet. Jeweils 50‘000 Franken fliessen in den neugeschaffenen Fonds «Solidarität mit bedrängten Christen» und in die Vorfinanzierung für das für 2019/2020 geplante ökumenische Jubiläum «150 Jahre Thurgauer Landeskirchen». 15‘000 Franken gehen in die Hilfskasse der Landeskirche. Der Rest wird dem Eigenkapital zugewiesen.

Freitage. Mit der einstimmig angenommen Teilrevision der Besoldungsverordnung zeigt sich die Synode familienfreundlich. Neu haben Pfarrerinnen und Pfarrer Anspruch auf zwölf Freisonntage statt wie bisher zehn. Drei zusätzliche Ferientage werden Pfarrpersonen zugestanden, die sich ehrenamtlich im Care Team des Kantons Thurgau engagieren. «Wer bereit ist, sich durch so hohe Präsenzzeit binden zu lassen, um Tag und Nacht erreichbar
zu sein und gegebenenfalls bei schlimmen Ereignissen auszurücken, soll wenigstens einen
Teil dieser Zeit kompensieren dürfen», machte sich Kirchenrat Pfarrer Lukas Weinhold dafür
stark.

Algner. Pfarrerin Caren Algner aus Aadorf wurde einstimmig als Ersatz für Pfarrer Tobias Arni in die Rekurs- und Beschwerdekommission gewählt.

Diakonie. Die Synode genehmigte die Totalrevision der «Übereinkunft sozial-diakonische Dienste». Neu sind die Diakoniekonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, die Deutschschweizerische Diakonatskonferenz und die Trägerschaft der Webseite www.diakonie.ch unter dem Dach «Konferenz Diakonie Schweiz» vereint. brb