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Politik

Wie ein «Zaun» wirken kann

Diskussion zum Geldspielgesetz: Was meint Livia Staub, Fachmitarbeiterin von Perspektive Thurgau und Projektleiterin Interkantonale Glücksspielsuchtprävention Ostschweiz?

«Das Bild mit dem Weidezaun passt gut, um Hindernisse zu beschreiben, die Spielsüchtige beim Zugang zu den Spielen überschreiten müssen. Internetsperren bei Online-Geldspielen können eine Wirkung haben. Wie stark diese ist, hängt unter anderem von individuellen Bedingungen der Spieler ab. Nicht jeder, der online um Geld spielt, ist süchtig. Es ist eine Frage der Häufigkeit, des Masses und des Stellenwerts, den das Spiel im Leben einnimmt.

Barrieren wie die Internetsperre entsprechen dem Repertoire der erfolgreichen Schweizer Viersäulen- Suchtpolitik. Verbote und ihre Durchsetzung sind ein Repressionsinstrument. Wenn die Verfügbarkeit erschwert wird und die Akzeptanz von illegalen Online- Geldspielen in der Gesellschaft sinkt, kann das eine positive Wirkung erzielen. Es ist wichtig, nebst Repressionsinstrumenten ebenfalls wirkungsvolle präventive, therapeutische und schadensmindernde Angebote zur Verfügung zu stellen und weiter zu entwickeln.

Wie gross die repressive Wirkung einer Internetsperre ist, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Um beim Bild der Weide zu bleiben: Ob der Zaun eine Wirkung zeigt und nicht durchbrochen wird, hängt ab von der Qualität des Zauns (Internetsperren), vom Drang der Kuh den Zaun zu überwinden (individuelle Bedingungen) und davon, ob das Gras der Weide (legales Geldspielangebot) im Gegensatz zum Futter ausserhalb des Zauns (illegaler Bereich) stark abfällt.»