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Kirche

Einfach ein Stück Normalität

In Berlingen findet 2019 ein ganz spezielles Konfirmationslager statt: Junge Menschen mit schwerer oder mehrfacher Beeinträchtigung feiern zusammen mit ihren Familien und Christen aus der Heimatgemeinde.

Pfarrer Haru Vetsch aus Frauenfeld leitet das etwas andere Konfirmationslager. Er weiss, wovon er spricht, wenn er auf die Situation von Jugendlichen mit einer Schwerst- oder einer Mehrfachbehinderung eingeht. Nach 25-jähriger Erfahrung im Leitungsteam beim integrativen «mitenand – fürenand»-Lager sowie durch seine Ausbildung für heilpädagogischen Religionsunterricht ist er mit ihren Sorgen und Freuden, ihren Begrenzungen und Möglichkeiten vertraut: «Als Gesamtgesellschaft nehmen wir Menschen mit speziellem Förderungsbedarf kaum noch wahr. Wenigstens von der Kirche erhoffen sich betroffene Eltern einen selbstverständlicheren Umgang mit der besonderen Situation.»

Integration ermöglichen
Aus der Vision, dass die Kirche alle Menschen willkommen heisst, hat der Kirchenrat das Konfirmandenlager mit Konfirmation als Pilotprojekt für Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf bewilligt. «Mit der Konfirmation und dem Familienfest geben wir den Familien die Integration, die sie sich so erhoffen und bezeugen die Liebe Gottes», betont Vetsch.Angesprochen sind Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene mit besonderem Förderungsbedarf.

Individuell angepasste Betreuung
In unmittelbarer Nähe zum barrierefreien Ferienhotel direkt am Untersee liegt die Berlinger Kirche. Ein Glücksfall. Gemeindepfarrer Lukas Mettler und die Kirchgemeinde Berlingen laden zur Konfirmation im Rahmen ihres Sonntagsgottesdienstes am 2. Juni 2019 ein. Die Konfirmation ist ein Fest für die ganze Familie, deshalb sind die Eltern in die Vorbereitungen eingebunden. Vetsch betont, dass das Betreuungskonzept ganz den individuellen Erfordernissen jedes einzelnen angepasst und mit den Eltern besprochen wird. Neben heilpädagogischen Religionslehrerinnen wirken auch Fachpersonen aus Gesundheit und Betreuung mit. Familiäre Assistenz ist ebenso möglich wie die nächtliche Unterbringung bei Bedarf daheim oder in der vertrauten Institution.

Interessierte können sich bis Ende November 2018 bei Pfarrer Haru Vetsch melden. Details dazu und zum Lager finden sich unter www.evang-tg.ch/konflagerhru


(31. Oktober 2018, Brunhilde Bergmann)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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