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Kirche

Kirchenbote wünscht Glück

Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums hat der Kirchenbote jeden Monat Müsterchen aus dem ersten Erscheinungsjahr aufgegriffen. Der letzte Beitrag dieser Serie widmet sich einer düsteren Vorahnung.

Bereits im ersten Erscheinungsjahr des Kirchenboten hatte die Redaktionskommission ein waches Auge für gesellschaftliche Veränderungen. So meldet die Dezember-Nummer 1894 die Gründung des schweizerischen christlich-sozialen Vereins. Der Kirchenbote wünscht der neuen Vereinigung «alles Gute in dem gewaltigen sozialen Kampf».

Die Redaktionskommission hatte offenbar schon damals erkannt, auf welche Ereignisse die Schweiz zusteuerte – mit dem Landesstreik 1918 als Höhepunkt. Die Dezember-Nummer enthält auch einen Spendenaufruf an das Thurgauer Volk. Es ging um die Gründung einer kantonalen Erziehungsanstalt «für schwachsinnige Kinder». Zu diesem Zweck hatte die Gemeinnützige Gesellschaft bereits eine Liegenschaft in Mauren erworben. Der Kirchenbote berichtet ebenfalls über die erste gemeinsame Aufführung evangelischer Kirchenchöre in der Laurenzenkirche in St. Gallen. Der Aufruf des Kirchenrates zur Gründung von Chören hatte also gefruchtet!

An der Erscheinungsweise des Kirchenboten hat sich in den bald 125 Jahren nichts geändert. Auch 1894 kam er gegen Ende des Monats heraus, datiert auf den folgenden Monat. Die Dezember-Nummer 1894 verweist denn auch darauf, dass die Januar-Nummer um Weihnachten herum herausgegeben werde: wiederum als Probenummer und in einer grösseren Auflage. Werbung hätte der Kirchenbote allerdings nicht mehr machen müssen. Zwei Drittel der evangelischen Haushaltungen hatten das Blatt bereits abonniert. Eine Verbreitung, von der heutige Zeitungen nur träumen können.


(19. November 2018, Esther Simon)


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