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Kirche

«Immer wieder etwas Aufregendes»

Was motiviert Menschen, die mit beiden Füssen im Leben stehen, sich in Theologie hineinzuknien? Was eine Kauffrau, eine Hausfrau, eine Grafikerin und ein Naturheilpraktiker umtreibt, und was Ostern damit zu tun hat.

Mirjam Hug, Mutter von zwei Teenagern und Mitarbeiterin in der kirchlichen Jugendarbeit, sagt unumwunden: «Vor etwa vier Jahren hatten wir zwei sehr schwere Jahre, und ich merkte: Ich muss einfach noch etwas anderes machen! Ich arbeite gerne mit Kindern. Ihnen den Glauben weiterzugeben, erfüllt mich mit Freude. » Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Religionslehrerin absolviert sie deshalb den evangelischen Theologiekurs im Thurgau. Aber das ist nicht die Hauptmotivation der Hausfrau und Aktuarin der Kirchenvorsteherschaft Bichelsee- Balterswil: «Theologie ist extrem vielfältig, und es erschliesst sich mir immer wieder etwas Neues und Aufregendes.»

Facettenreich, brückenbauend

«Noch nie habe ich eine so facettenreiche Ausbildung erlebt», doppelt Ines Gut nach: «Seit 45 Jahren stehe ich im Leben. Nun schliesst sich allmählich der Kreis für mich. Hauptbestandteil dieses Kurses ist die Auslegung der Bibel. Meine Fragen zum Leben werden beantwortet, indem ich lerne, Gottes Plan zu verstehen. Weiter werde ich zum Nachdenken angeregt: Dieser Kurs baut Brücken zu anderen Religionen.» Die Grafikerin und Mutter zweier Teenager-Töchter aus der Evangelischen Kirchgemeinde Scherzingen-Bottighofen reiht sich damit exemplarisch in die lange Reihe vieler Menschen, die ihr Wissen und ihre Glaubenserfahrungen bewusst mit anderen teilen möchten. Auf den Kursteil über Ethikfragen freut sie sich besonders, denn: «Es ist heute ganz wichtig, bei ethischen Diskussionen fundiert argumentieren zu können.» Evelyn Knupp freut sich deshalb auch auf die Module über den Heiligen Geist oder über andere Religionen.

Selbst für Atheisten

Knupp ist Mutter einer kleinen Tochter, Kauffrau und Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft Wigoltingen-Raperswilen. Sie bildet sich ebenfalls zur Religionslehrerin weiter, interessiert sich für spannende Themen rund um das Christentum und ist fasziniert, was entsteht, wenn Menschen regelmässig zusammenkommen und von der Bibel lernen. Zusammen mit Evelyn Knupp geht deshalb Mirjam Hug sogar soweit, «dass ich jedem Menschen diesen Theologiekurs empfehlen kann – selbst Menschen, die nicht an Gott glauben.»

Lebensnah und glaubhaft sein

Kirchenpräsident ist auch Martin Buser aus Sirnach. Der Naturheilpraktiker bildet sich zum Laienprediger weiter und will im Kurs lernen, lebensnah zu predigen und theologisch glaubhaft zu sein. Es liege in seinem ganz persönlichen Interesse, «im Glauben mein theologisches Fundament zu erweitern und mit Hintergrundwissen als Kirchenpräsident einen guten Dialog mit Pfarrpersonen zu führen». Er findet es sinnvoll, dass «auch Behördenmitglieder ihre weltlichen Beschlüsse mit einer Glaubensbasis verbinden, die theologisch gut abgestützt ist». Praktisch findet er es, dass er nicht alle Module am Stück besuchen muss. Er schätze es, dass menschliche Spannungsfelder aufgezeigt und der Bezug zum Heute hergestellt wird, ohne dass vorgeschrieben werde «wie oder was ich glauben sollte».

«Pures Leben»

Mirjam Hug bringt eine ihrer wichtigen Erkenntnisse so auf den Punkt: «Im Rahmen des Theologiekurses ist mir ganz tief bewusst worden, welch grosses Opfer Jesus für uns gebracht hat und dass wir ihm niemals genug dafür danken können.» Evelyn Knupp ist überzeugt, dass die Welt «mit Jesus einen unfassbar grossartigen Schatz bekommen hat, der in allen Lebenslagen begleiten kann. Pures Leben!» Gelebter Glaube bedeute für sie «jeden Tag Ostern», bezeugt Ines Gut: «Ich sehe Ostern in der heutigen Zeit als grosses Geschenk: Es ist rund um den Erdball ein Ritual, Jesus als Retter bewusst zu feiern.»

Start nächstes Theologie-Kursjahr nach Ostern: www.evang-tg.ch/theologiekurs

(Roman Salzmann, 25. März 2019)

 


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