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Kirche

«Wir sind Kirche»

Unter diesem Leitsatz beschäftigen sich die Thurgauer Landeskirche und ihre Kirchgemeinden mit Zukunftsfragen. Was denken Kirchenmitglieder oder -mitarbeitende ganz konkret darüber? Der Kirchenbote machte im Thurgau einige «Stichproben».

In einem mehrstufigen Prozess mit Tagungen und Workshops beschäftigen sich die Kirchenverantwortlichen mit Schwerpunkten, die für die Kirche der Zukunft wichtig sein könnten. Nur schon die unterschiedlichen Haltungen einiger Thurgauerinnen und Thurgauer zeigen, dass die Herausforderungen gross sind, dass es sich aber lohnt, sie aktiv anzupacken.

Ruth Dütsch: «Generationenübergreifend denken»
«Kirchenentwicklung bedeutet für mich grundsätzlich nicht stehenbleiben und generationenübergreifend zu denken. Ganz besonders schätze ich die Vernetzungsarbeit mit anderen Kirchgemeinden. Zu spüren, wie andere Gemeinden im Thurgau funktionieren, wie sie die Herausforderungen der Zukunft angehen und wo sie Stolpersteine und Chancen sehen, weitet den Blick auch für die eigene Kirchgemeinde. Ich finde es schön, dass unsere Kirchgemeinde Tägerwilen-Gottlieben mit zwölf mehrheitlich jungen Personen an der Tagung <Wir sind Kirche> vertreten war.»

Samuel Trüssel: «Kirche aktiv mitgestalten»
«Als Cevi-Leiter von Weinfelden interessiere ich mich natürlich für die künftige Entwicklung von Kirche. Ich möchte, dass sich meine Generation nach der Konfirmation nicht von der Kirche abmeldet, sondern Kirche aktiv mitgestaltet. Ich glaube, vielen löscht es ab, weil sie Kirche vor allem mit Zwang und Unterschriftensammeln für Pflicht-Gottesdienstbesuche und kirchliche Anlässe verbinden. Dabei gibt es so viele gute Begegnungsanlässe für Teenies und junge Erwachsene, in denen sich Kirche ja auch zeigt und wo sie vor allem lebt. Ich finde solche Freiwilligen-Aktivitäten sollen auch nach dem Unterschriftensammeln attraktiv bleiben. Damit Jugendliche eine echte Chance bekommen, Kirche aktiv mitzugestalten, müssten wir auch im Reli-Unterricht und Gottesdienst regelmässig auf die Freiwilligenangebote hinweisen. So könnten wir zeigen, dass die Kirche auch ein guter Treffpunkt für jüngere Leute sein kann.»

Andreas Opprecht: «Mehr mit der Zeit gehen»
«Kirche und ihre Bedeutung für die Gesellschaft nehme ich vor allem auf der Kirchgemeinde-Ebene wahr. Als ökumenisch geprägte Familie sind uns verschiedene Kirchgemeinden vertraut. Wie sich Kirche entwickeln soll? Da finde ich meine Evangelische Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf vorbildlich. Sowohl was die Gottesdienste betrifft, als auch die vielseitig geprägten Aktivitäten für verschiedene Interessengruppen – auch für nicht unbedingt kirchennahe Menschen. Einzig bei den Kirchenliedern sehe ich zusätzlich Potential, ich finde, da dürfte meine Kirche schon mehr mit der Zeit gehen und so vielleicht auch mehr jüngere Menschen ansprechen.»

Tanja Lehn: «Sich um Benachteiligte kümmern»
«Ich unterstütze es, dass sich Kirche um Obdachlose und andere Benachteiligte kümmert. Auch als Nichtgläubige finde ich es gut und wichtig, dass Kirche ein Ort ist, wo Suchende Halt finden können. Ich würde mir jedoch wünschen, dass Kirche ihr Engagement mehr in der Schweiz entfaltet, statt sich so sehr aufs Ausland zu konzentrieren.»

Corinne Hiller: «Auf Missstände hinweisen»
«Kirche soll sich in die Gesellschaft einbringen, indem sie öffentlich auf Missstände hinweist und diese anprangert. So kann Kirche zum Nachdenken anregen und vielleicht auch zum Handeln. »


(17. April 2019, brb/sal)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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