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Kirche

Wohnen auf Zeit hilft wieder Fuss zu fassen

Seit Januar 2018 berät Rosmarie Günthör Frauen und Familien in der Beratungsstelle der Thurgauischen Evangelischen Frauenhilfe tef in Weinfelden. Sie klärt auch ab, wer für befristete Zeit die tef-Wohnung in Romanshorn beziehen kann.

«Tut mir leid, ein Bild in der Wohnung können wir nicht machen, die Wohnung ist gerade besetzt», winkt Rosmarie Günthör bei der Vorbereitung zu diesem Beitrag ab. Es geht um die WaZ-Wohnung. So nennt die Sozialarbeiterin die möblierte 2-Zimmer Wohnung in Romanshorn. Die Thurgauische Evangelische Frauenhilfe tef bietet mit WaZ – Wohnen auf Zeit – eine Übergangslösung für Menschen in einer akuten Notlage an. «Die Wohnung ist in der Regel besetzt und meist nur mit kurzen Unterbrüchen frei. Das zeigt, dass der Bedarf an unserem Angebot gross ist», sagt die tef- Beraterin. Entsprechend oft springt einem beim Klick auf die Website www.tef.ch der Satz: «Die Wohnung auf Zeit ist besetzt» entgegen.

Befristete Auszeit zur Neuorientierung
«WaZ ist eine gute Sache, weil wir schnell reagieren können.» Rosmarie Günthör spricht die kurze Mietdauer von einer Woche bis zu drei Monaten und die kurzen Kündigungsfristen an. Die Klientel sind meistens Frauen, oft alleinstehende Mütter mit Kindern. Manchmal kommen sie aus gewaltbetroffenem Umfeld oder direkt aus dem Frauenhaus. Manchmal drängt eine Änderung der sozialen oder finanziellen Situation zur Neuorientierung. Die befristete Auszeit erlaubt es den WaZ-Mieterinnen, Gedanken und Gefühle zu ordnen und zu sich selbst zu finden ohne dabei auch noch den Druck «Wo finde ich Unterschlupf?» aushalten zu müssen. WaZ hat aber auch schon Männer in Notsituationen beherbergt und ihnen geholfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Sorgfältige Abklärung
tef stellt Wohnraum, aber keine Betreuung zur Verfügung. Deshalb klärt Günthör sorgfältig ab, ob die Bewerberinnen und Bewerber in der Lage sind, ihren Alltag alleine zu bewältigen. Im Normalfall verlaufe die Vermietung auf Zeit problemlos, die guten Erfahrungen überwiegen. Nach spätestens drei Monaten beurteilt sie die Situation im persönlichen Gespräch mit den Bewohnenden neu. «Mitunter gibt es aber auch erheblichen Aufwand. Zum Beispiel wenn sich trotz sorgfältiger Abklärung herausstellt, dass jemand die Bedingungen nicht mehr erfüllt. Sei es, weil eine überwunden geglaubte Erkrankung unvermittelt wieder zuschlägt oder eine andere Fachperson mit der Beurteilung falsch gelegen ist. Trotz aller Professionalität kann man nicht in eine Person hinein schauen», sagt Günthör. Die weniger befriedigenden Erfahrungen relativiert sie schulterzuckend: «Schliesslich bin ich nicht umsonst Sozialarbeiterin geworden.» Man spürt, dass ihr die Menschen wichtig sind, für die sie sich einsetzt.


(Brunhilde Bergmann, 26. April 2019)

 

Jahresversammlung

Am Mittwoch, 15. Mai 2019 um 13.45 Uhr findet im evangelischen Kirchgemeindehaus in Weinfelden die 118. Mitgliederversammlung der Thurgauisch Evangelischen Frauenhilfe tef statt. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen. pd


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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