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Politik

«Wir haben nicht alles in der Hand»

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag am 15. September wird im Thurgau ganz unterschiedlich gefeiert. Die Hauptverantwortlichen dreier Bettagsfeiern sprechen über ihre Motivation.

Die Verbindung von Religion und Politik am Bettag zu stärken ist ein Hauptziel von Andrea Vonlanthen aus Arbon. Der SVP-Kantonsrat und Chefredaktor überlegte sich vor sieben Jahren während einer schweren Krankheit, was er für die Stadt und für Gott bewegen könne. In einer schlaflosen Nacht entstand die Idee zu einer Arboner Bettagsfeier, die bei anderen Parteivertretern auf offene Ohren stiess. Seither finden abwechslungsweise in der evangelischen und in der katholischen Kirche Feiern statt, die mit einer Ansprache einer bekannten Persönlichkeit bereichert werden.

Gerhard Pfister spricht
«Die breite politische und religiöse Abstützung sind ein Zeichen der Einheit», sagt Vonlanthen. Eine Spurgruppe wählt jeweils eine Rednerin oder einen Redner aus, die einen klaren Bezug zum christlichen Glauben haben. Dieses Jahr wird sich der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister zum Motto «Unter Gottes Gnaden» äussern. Vonlanthen ist es ein Anliegen, dass an die Wurzeln und Werte erinnert und dass die Einheit über politische und religiöse Grenzen hinaus gefestigt wird. «Es tut gut, sich bewusst zu werden, dass wir nicht alles in der Hand haben und Gott uns Zuversicht sowie Hoffnung schenkt», so Vonlanthen.

Respekt, Liebe, Freundschaft
Unter einem speziellen Motto steht auch die Interreligiöse Bettagsfeier, die in der neuen Moschee in Frauenfeld stattfinden wird. Das Thema «Hoffnung und Verantwortung» knüpfe an die aktuelle Klimadebatte an und wolle die Teilnehmenden auffordern, ihre Verantwortung wahrzunehmen, sagt Organisator Hans Peter Niederhäuser. Der pensionierte Kantonsschullehrer für Deutsch und Religionslehre engagiert sich schon lange für die Interreligiosität und regte 2015 im «Interreligiösen Arbeitskreis im Kanton Thurgau» eine entsprechende Bettagsfeier an. «Dies ist der einzige religiöse Feiertag, den es eidgenössisch gibt. Da sollen sich die Menschen aller Religionen in Respekt, Liebe und Freundschaft begegnen », sagt Niederhäuser.

Betende ermutigen
Die Würdigung und Unterstützung des historisch gegründeten Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettages, wo das Volk sich Gott zuwendet, ist ein zentraler Grund für Urs Jundt, sich zu engagieren. Der pensionierte Allgemeinmediziner aus Horn organisiert und koordiniert das Thurgauer Bettagstreffen. Dieses Treffen findet jeweils bereits am Freitagabend statt, seit 2013 im Rathaus in Weinfelden. «Wir wollen andere Bettagsveranstaltungen nicht konkurrenzieren», begründet Jundt. Als Referenten hat Jundt dieses Jahr Regierungsrat Jakob Stark gewinnen können. Wichtig sei es, so Jundt, die Beziehung der Gesellschaft und auch der Politik zu Gott zu reflektieren. Diese Verbindung zwischen der Politik und dem christlichen Fundament der Schweiz zu stärken, ist ein weiterer Motivationsgrund für Jundt. Als Besonderheit sollen an diesem Tag all jene christliche Betende verdankt und ermutigt werden, die sich verpflichtet haben, jeweils einen ganzen Tag des Monats mit Gebet für den Kanton abzudecken.


Thurgauer Bettagstreffen, Freitag 13. September, 20 Uhr, Rathaus Weinfelden; Arboner Bettagsfeier, Sonntag 15. September, 17 Uhr, Katholische Kirche Arbon; Interreligiöse Bettagsfeier, Sonntag 15. September, 17.15 Uhr, albanische «Moschee des Lichtes», Frauenfeld.


(23. August 2019, Claudia Koch)


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