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Kirche

Quer eingestiegen

23.08.2019
Die Evangelische Kirche Thurgau hat eine neue Pfarrerin und einen neuen Pfarrer: Die zwei Quereinsteiger Sabine Schüz und Kai Hinz wurden in Kreuzlingen ordiniert.

Kirchenratspräsident Wilfried Bührer strahlte beim Anblick der randvoll besetzten Kirche mit Menschen, «deren Glaubensgewissheiten das christliche Leben aufhellen». Dieses «Dabeisein» bei der Ordination liess auch die Erkenntnis zu, dass die zwei Quereinsteiger, beide Jahrgang 1962, während ihrer Ausbildung in ihren Praktikums-Gemeinden bereits nachhaltige Inhalte gepflanzt haben: Sabine Schüz im Praktikum bei Pfarrer Christian Herrmann in Gachnang und Kai Hinz im Praktikum bei Pfarrer Damian Brot in Kreuzlingen.

Das Kollektiv stärken
Die Rolle des Pfarrers im Leben richtig zu verstehen, darüber sprach Kirchenratspräsident Wilfried Bührer. Er habe im Alter von 19 Jahren gewusst, wohin er will. Sabine Schüz, ausgebildete Kommunikationsfachfrau, und Kai Hinz, ausgebildeter Betriebswirtschafter, haben die Berufung aus einem Zwischenzustand gespürt und sind diesem Ruf gefolgt. Bührer blendete in eine Fernsehsendung in den 1968er Jahren mit der Frage, ob es noch Pfarrer brauche: «Es braucht sie mehr denn je!» Er betonte, dass die Quereinsteigerausbildung «keine Schnellbleiche» sei. Man spüre, dass durch die Individualität in der Gesellschaft das Kollektive mit dem Glauben gestärkt werden müsse. Eine doppelte Verpflichtung also für die Kirche, zu helfen, dass sich die Menschen geborgen fühlen – dank fester Glaubensgewissheiten.

«Zu den Menschen gewechselt»
In Mini-Predigten gaben die frisch Ordinierten Einblick in ihr Leben. Kai Hinz stammt aus Hannover. «Ich wechselte vom Geld zu den Menschen», sagte er. Und wie war es in Kreuzlingen? «Einfach nur toll.» In Zukunft wird Hinz in Möhlin im Kanton Aargau wirken. Pfarrerin Sabine Schüz erzählte, wie sie im Flug nach Wien nach dem Lesen eines Zeitungsartikels über die Möglichkeit vom theologischen Quereinstieg beschloss, Pfarrerin zu werden. Seit dem 1. August ist sie in Gachnang zuständig für die Jugend. Sie kam aus Konstanz und wohnt mit ihrer Familie in Kefikon. Musikalisch stilvoll umrahmt wurde der Festgottesdienst durch Elisabeth Hahn an der Orgel sowie den Geigerinnen Elisabeth Kohli und Renata Egli.


(18. August 2019, Margrith Pfister-Kübler)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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