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Kirche

Für Menschen und Mauern

22.10.2019
Der Protestantisch-kirchliche Hilfsverein Thurgau ist eine Erfolgsgeschichte. Er wurde im November 1844 gegründet – also vor 175 Jahren. Brauchen tut es ihn nach wie vor.

Im Gründungsjahr des «Hülfsvereins», 1844, bestand der Bundesstaat noch nicht einmal. Und nicht alle Kantone hatten die gleichen Masse und Gewichte! Der Leitvers lautet nach wie vor: «Darum lasst uns, solange wir noch Gelegenheit haben, allen Menschen Gutes tun, am meisten aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind.» (Galaterbrief 6,10)

Schweizweit vernetzt
Der Protestantisch-kirchliche Hilfsverein Thurgau ist Mitglied der Protestantischen Solidarität Schweiz (Soliprot). Soliprot ihrerseits ist ein Netzwerk von Hilfsvereinen und Mitgliedkirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Soliprot unterstützt Orte des Glaubens in der Diaspora, in diesem Falle Kirchen und Gebäude in mehrheitlich katholischen Gebieten, und damit die dort wohnenden Protestanten. Die Mittel dafür werden jährlich am Reformationssonntag, dem ersten Sonntag im November, in einer von Soliprot organisierten schweizweiten Kollekte gesammelt. Mit der Konfirmandengabe unterstützt Soliprot Projekte für Kinder und Jugendliche vorwiegend im Ausland. Die Reformationskollekte 2019 wird für die Sanierung der Kirche in Einsiedeln erhoben. Die Konfirmandengabe 2020 geht an ein Konfirmandenlager in der Ukraine.

Solidarität tut not
«Protestantische Solidarität ist, auch im Zeitalter der Ökumene, durchaus aktuell», sagt Pfarrer und Kirchenratspräsident Wilfried Bührer, der seit zwei Jahren Vorsitzender des Hilfsvereins ist. «Und sie wird in Zukunft möglicherweise noch aktueller; denn es gibt Gegenden, die für den Protestantismus neue Diaspora sind. So können die ehemaligen klassischen Diasporakirchen von Schwyz und Zug heute weitgehend auf eigenen Beinen stehen, während Kantone mit ehemals protestantischer Mehrheit wie Neuenburg oder Basel-Stadt heute angesichts geschrumpfter Mitgliederzahlen Mühe haben, die Gelder für die nötigen Arbeiten aufzubringen. » Die Ergebnisse der Reformationskollekte seien plus/minus stabil: In den vergangenen Jahren konnten immer zwischen 15’000 und 16’000 Franken gesammelt werden, 2018 waren es 17’200 Franken. Bei der Konfirmandengabe sei ein rückläufiger Trend spürbar. «Das dürfte damit zu tun haben, dass viele Pfarrer die Konfirmanden bei der Festlegung der Kollekte (mit)bestimmen lassen», sagt Bührer. Da stünde die Unterstützung von Einrichtungen der Diaspora, auch wenn sie primär Jugendlichen zugutekommen, nicht im Vordergrund.

Kein Fest, aber ein Flyer
Anlässe zum 175-Jahr-Jubiläum seien keine geplant, aber es wurde ein neuer Flyer geschaffen. Und aus Anlass des Jubiläums wurde die Bettagskollekte für die Renovation des Kirchgemeindehauses in St. Aubin im Kanton Neuenburg und für den evangelischen Religionsunterricht im Tessin empfohlen. Überdies ging die Kollekte an der Juni-Synode an die Sanierung der Kirche in Môtiers im Val de Travers. Bis jetzt sei der Verein vor allem ein «Geldbeschaffungsverein ». Es sei aber denkbar, «dass wir die Arbeit in Zukunft intensivieren», sagt Pfarrer Bührer. «Im Flyer ist ja auch von ‹geistlicher› Verbundenheit die Rede: durch Anteilnahme am Ergehen von Glaubensgeschwistern durch gezeigtes Interesse, Besuche, Fürbitte und materielle Hilfe». Es geht also nicht nur um Mauern, sondern auch um Menschen.


www.evang-tg.ch/soliprot


(23. Oktober 2019, Esther Simon)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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