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Kirche

Direkter Draht zum Nachwuchs

Der Kirchenrat möchte von jungen Erwachsenen persönlich erfahren, was sie bewegt. Dazu lädt er kirchlich engagierte 19- bis 25-Jährige ein. Die neu geschaffene Begegnungsplattform soll künftig einen festen Platz in der Agenda haben.

«Wir möchten Kirche zusammen mit jungen Erwachsenen sein», sagt Kirchenrätin Ruth Pfister, Ressortleiterin Kirche, Kind und Jugend. Die Jugendkommission der Evangelischen Landeskirche Thurgau möchte junge Erwachsene gezielt in Entscheidungen einbinden und ihnen eine Plattform bieten, um ihre Anliegen bei den kirchlichen Entscheidungsträgern deponieren zu können. Der Kirchenrat beschloss den regelmässigen Austausch mit kirchlich engagierten jungen Menschen aus den Kirchgemeinden. Zum ersten Treffen Ende November 2019 lädt das Gesamtgremium des Kirchenrats ein.

Welches sind ihre Visionen?
Ruth Pfister ist davon überzeugt, dass es nicht reicht, Studien zu lesen: «Wir brauchen den direkten Kontakt – gegenseitig. Um zu erfahren, wo die jungen Erwachsenen stehen, um ihre Visionen zum gemeinsam ‹Kirche sein›, um ihre Wünsche an die Kirchgemeinden und die Kantonalkirche zu verstehen, möchten wir die jungen Menschen spüren. Wir möchten aber auch, dass die jungen Erwachsenen sehen, wie wichtig sie uns sind und dass wir auch für ihre Anliegen einstehen.»

Mitsprache – auch ohne Mandat
Dass der Austausch im Sitzungszimmer des Kirchenrats stattfindet, möge die Symbolkraft des Treffens unterstreichen, doch Ruth Pfister erhofft sich weit mehr als das: «Die Begegnung soll sich für die jungen Erwachsenen und auch für uns lohnen. Sie soll die junge Generation ermutigen zum Mitgestalten. Die jungen Erwachsenen sollen auf uns – wie auf die Kirchenverantwortlichen allgemein – zukommen und ihre Wünsche, Visionen, Anliegen vorbringen, auch wenn sie kein gewähltes Mandat haben. Ihre Ideen und Impulse sollen uns bei der Arbeit begleiten und ein vermehrtes Miteinander, ein Verstehen, ein gemeinsames in-die-Zukunft-Gehen zur Konsequenz haben.» Lieber Kritiker als Kopfnicker Kirchgemeinden können Vorschläge machen, welche jungen Erwachsenen am Gespräch teilnehmen sollen. Zudem hat Thomas Alder von der landeskirchlichen Fachstelle für Jugendarbeit einen öffentlichen Aufruf lanciert. Er betont: «Wir suchen keine Kopfnicker. Vor allem engagierte Menschen mit eigenen Ideen und einer wohlwollend kritischen Haltung bringen uns und die Kirche weiter.»


Infos und Anmeldung bis 15. November 2019 bei Thomas Alder: thomas.alder@evang-tg.ch 


(23. Oktober 2019, Pascal Häderli)

Den Glauben schärfen

Die christliche Jugendarbeit ist gefordert: Das brachte Thomas Alder von der landeskirchlichen Fachstelle für Jugendarbeit am Impuls-Workshop «Generation Lobpreis » zum Ausdruck. 25 Jugendarbeitende, Pfarrpersonen und Kirchenvorstehende aus dem Thurgau nahmen teil. Auf Grundlage der Studie Empirica, in deren Rahmen während vier Jahren der Glaube von jungen Erwachsenen im deutschsprachigen Raum untersucht worden war, stellte Alder acht pointierte Thesen auf. Unter anderem betonte er, dass es Jugendarbeitende brauche, die begeistert sind von der Bibel und die Jugendlichen damit anstecken können. Gemäss der Studie lesen nämlich lediglich knapp 18 Prozent der religiösen Jugendlichen einmal im Monat die Bibel. «Da verwundert es nicht, dass viele Jugendliche keine Sprache mehr finden für ihren Glauben. Im Grunde wissen sie gar nicht mehr, was sie glauben.» Die Studie weise jedoch nicht nur auf Defizite hin. Sie stelle unter anderem fest, dass Jugendlager eine der wichtigsten Glaubensquellen für junge Menschen sind. Darin sieht Alder eine grosse Stärke der kirchlichen Jugendarbeit im Kanton Thurgau. (pd)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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