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Kirche

Inspirierend und integrativ

Gemeinsam essen, kreativ sein, Andachten halten, begleiten und integrieren: Das ist Open Place in Kreuzlingen. Das Projekt der evangelischen Kirchgemeinde wurde nun mit dem Zwinglipreis für kirchliche Innovation ausgezeichnet.

Der Zwinglipreis wird vom Schweizerischen Protestantischen Volksbund vergeben. Der Hauptpreis an Open Place (zu Deutsch: offener Raum) begründet er mit dem «Modellcharakter für eine zukunftsfähige Gemeindeorganisation. Es verbindet Seelsorge, Diakonie und Bildung auf beispielhafte Weise. Es überzeugt durch sein hohes Innovations- und Integrationspotenzial.» Beeindruckend sei die gemeinsame Beteiligung einer grossen Anzahl von freiwilligen Mitarbeitenden, die unter professioneller Führung und einer einladenden Kultur der Gastfreundschaft ins Quartier und darüber hinaus ausstrahlen. Der geistliche Mentor von Open Place, Gemeindepfarrer Damian Brot, betont das Inspirationspotenzial des Evangeliums für die Entwicklung.

Hohe innere Motivation
Das Team habe eine hohe innere Motivation, sei aber auch froh um diese äussere Bestätigung. Da Open Place auf Spendengelder angewiesen ist, sei man dankbar für den symbolischen Zustupf von 1519 Franken, die für eine neue Kaffeemaschine investiert werden sollen. Open Place zeige, dass mit den vorhandenen Ressourcen einer Kirchgemeinde viel erreicht werden kann: «Ich rate den Verantwortlichen, die vielen kleinen und oft unentdeckten Schätze in unseren Kirchgemeinden besser zu beachten. Sie können für einen nachhaltigen Gemeindeaufbau genutzt werden. » Die Selbständigkeit innerhalb der Kirchgemeinde sei wichtig, «weil sie zur Erneuerung der Kirche nicht immer in den bereits bestehenden Bahnen fahren können.»

Mitarbeitende profitieren
Ohne Freiwilligenarbeit unter professioneller Leitung sei das Projekt gar nicht möglich – auch in der Seelsorge, sagt Brot. Die Freiwilligen werden intensiv begleitet und ausgebildet, «so dass ihr Dienst bei uns auch für sie selbst ein Gewinn ist». Man habe viele Stammgäste und jede Woche kämen neue Gäste dazu. Das Angebot ist dementsprechend vielfältig. Dazu gehören gegenwärtig die «verwertBAR» gegen die Lebensmittelverschwendung, der Suppenzmittag, der Bibelzmorge, die Kleiderbörse, die Kreativveranstaltungen, das gemeinsame Trommeln, der Café-Treff Philosophie, die Erzählabende, die Morgenandacht und das Mittagsgebet. Die Mitarbeitenden werden ermutigt, neue Ideen zu entwickeln. Das Fundament aller Aktivitäten bildet das biblische Menschenbild. Dass die Open-Place-Gemeinschaft auch schon Erwachsenentaufen durchgeführt hat, bestätigt den integrativen Charakter.


(Roman Salzmann, 21. November 2019)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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