Logo
Kirche

Bewusst zusammenstehen

25.01.2021
Die wiedergewählten Dekane Hanspeter Herzog-Frei, Tibor Elekes und Arno Stöckle beschreiben ihre konkreten Aufgaben und ihre Motivation. Die abgetretene Esther Walch Schindler wirft einen Blick zurück auf ihre Amtszeit.

Evangelisch Thurgau ist in vier Dekanatskreise aufgeteilt, denen je eine Dekanin oder ein Dekan vorsteht. Die Aufgabe der Dekane besteht darin, zweimal jährlich die Kapiteltagungen einzuberufen und zu leiten. Auch gehört die Amtseinsetzung und -einführung von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Diakoninnen und Diakonen dazu. Ein weiterer Teil ist die seelsorgliche Betreuung der Mitglieder des Kapitels sowie die Vermittlung bei Konfliktfällen.

Konflikte bewältigen
Pfarrer Hanspeter Herzog-Frei aus Berg hatte nach acht Jahren überlegt, sich nicht nochmal zur Wahl zu stellen. «Aber das Positive an diesem Amt, der Dienst an der Landeskirche sowie an meinen Kolleginnen und Kollegen hat überwogen», sagt er. Für Konfliktbewältigungen hat er eine Coaching-Ausbildung absolviert. Dies komme ihm zugute, wenn es etwa zwischen der Kirchenvorsteherschaft und der Pfarrperson harzt und er vermittelt. Die Kapiteltagungen seien wegen des Austausches zwischen den Pfarrpersonen und der Weiterbildung bereichernd. Auch wenn die Befugnisse eines Dekans bescheiden seien, so hallten seine Funktion als Berater und Begleiter nach.

Seelsorge für Pfarrkollegen
Für Pfarrer Tibor Elekes aus Horn sind die Amtseinsetzungen und Amtseinführungen von neuen Pfarrerpersonen jeweils ein Höhepunkt. «Dies ist ein positiver Tag für die Kirchgemeinschaft, an den man sich gerne erinnert », betont Elekes. Die Arbeit des Dekans beginnt nach der Wahl der Pfarrperson: Kontakt knüpfen, einen Termin für die Amtseinsetzung festlegen und ein Gespräch vor der Einsetzung. Seine Motivation für die dritte Amtszeit im Dekanat Obersee lautet: Er möchte das Wissen und die Erfahrungen, die nach diesen Jahren fruchtbarer und reifer geworden sind, weitergeben. Ihm liege auch die Seelsorge für die Pfarrkolleginnen und -kollegen am Herzen. «Ich bin als Dekan immer erreichbar, wenn mich jemand braucht», sagt Elekes.

Einblick in andere Kirchgemeinden
Pfarrerin Esther Walch Schindler hat nach zwei Amtsperioden das Dekanat Frauenfeld abgegeben. «Ich wollte keine Sesselkleberin sein und Platz für jemand Neues machen », sagt die erste und bisher einzige Frau in diesem Gremium. Dass mit Stefan Wohnlich wiederum ein Mann gewählt wurde, habe Dekan Tibor Elekes setzt das Pfarrehepaar Andreas und Sabine Gäumann in Arbon ein – eine seiner Aufgaben als Dekan des Pfarrkapitels. laut Walch Schindler mit dem geringen Anteil an Pfarrerinnen im Thurgau zu tun. Sie sagt dazu: «Viele davon arbeiten Teilzeit und wollen keine Zusatzaufgaben.» Besonders an ihrer Tätigkeit schätze sie den Einblick in andere Kirchgemeinden sowie in kantonale und strategische Themen. Dazu natürlich auch der Miteinbezug vom Kirchenrat bei theologischen Arbeiten sowie ihre Unterstützung für Pfarrkolleginnen und -kollegen.

«Kontinuität tut gut»
Arno Stöckle vom Dekanat Untersee gefallen die Organisation der Tagungen sowie der Austausch unter den Kollegen, denen man das Herz ausschütten könne. Gerne verbindet er die Tagungen mit Ausflügen, die Bewegung und Wissenshäppchen zugleich seien. Seine Motivation für die dritte Amtszeit liege in der Kontinuität. «Gerade in der nächsten Zeit, in der etwa das Präsidium des Kirchenrates neu besetzt wird, tut Kontinuität unter den Dekanen gut», sagt Stöckle. Seine Arbeit wird von den Kollegen sehr geschätzt, gegenseitige Bestärkung und Lob werden immer wichtiger. Für die Zukunft gelte es, bewusst zusammenzustehen und sich Gedanken über den Umgang der Rückläufigkeit des Glaubens zu machen.


Kommentar erstellen