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Kirche

«Ja»! Unbedingt mehr Humor und Freude!

22.03.2021
Esther Baumgartner antwortet auf die Frage, ob unsere Kirche mehr Humor vertragen könnte.

Vor Jahren entdeckte ich in einem Kurs «den Clown in mir» und erlebte dadurch einen «Freudenschub» – im Rückblick ein grosses Gottesgeschenk. Der Clown darf scheitern, er darf sich selber sein, er darf auch einmal etwas Dummes sagen und tun, ohne dafür verurteilt zu werden. Er lebt in einer heiteren Beschwingtheit, ohne den Ernst des Lebens auszuklammern. Das Evangelium verkünden in Wort und Tat ist unsere Aufgabe als Kirche und in meiner Berufung zur Pfarrerin. Ergänzend gehört dazu: Das Evangelium leben, in seiner ganzen Freude und mit der Freiheit, in die uns unser Glaube an Jesus Christus stellt. Das Ja Gottes über unserem Leben bringt für mich der Clown zum Ausdruck, weil er mit und durch dieses Ja lebt. Nicht jedem Menschen ist der Humor im Clown zugänglich. Aber die Freude ist tragend für jede christliche Gemeinschaft. Ein Glaube ohne Humor verkommt schnell zu Fanatismus und Bigotterie. Für mich ist es elementar, über sich selbst lachen zu können. Vieles, was wir auf dieser Welt sehen, könnte uns Freude und Lachen nehmen. Da bewundere ich ältere Menschen, die in allen Schwierigkeiten den Humor bewahren. Die schönsten kirchlichen Zusammenkünfte sind für mich diejenigen, aus denen Menschen froher und zuversichtlicher in den Alltag zurückgehen. Der Humor verdrängt nicht ein ernsthaftes Nachdenken, aber er hilft uns, auszuhalten, was manchmal kaum noch ertragbar ist. Dazu braucht es gar nicht immer Witze, es braucht eine Lebenshaltung.


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