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Kirche

Kirche unterwegs zu ihrer Identität

15.09.2021
An der zweiten Thurgauer Gesprächssynode wurde im Pentorama Amriswil diskutiert, was kirchliches Leben aus dem Glauben für das landeskirchliche Selbstverständnis bedeutet. Dabei wurde vor allem die Identität der evangelischen Landeskirche behandelt.

«Wo gibt es bereits die landeskirchliche Identität, wo noch nicht? Wie kann man sie wachsen lassen, wie fördern, wer setzt sich dafür ein?», so umriss Moderator Paul Baumann in Kurzform die Aufgabenstellung für die zweite Thurgauer Gesprächssynode. Dass der selbstkritische Blick in den Spiegel auch bei schonungsloser Offenheit durchaus liebevoll sein kann, zeigte sich bei der Spurensuche nach der landeskirchlichen Identität. Zuerst befassten sich die Synodalen mit dem Ist-Zustand der Evangelischen Landeskirche Thurgau.

Brennpunkte ermittelt
Das von der Synode beauftragte Vorbereitungsteam hat sich auf das Thema «Kirche unterwegs zu ihrer Identität» konzentriert und dabei auf Verbindendes und Trennendes fokussiert. Zu vier Themenbereichen hat das Team Fragen zu möglichen Brennpunkten formuliert. Noch vor dem Einstieg in die Diskussionen haben die Teilnehmenden mit roten Punkten sichtbar gemacht, worin sie die grösste Sprengkraft für die landeskirchliche Identität sehen.

Synode-Präsidentin Judith Hübscher über die Identität der Kirche

 

Identität wachsen lassen
Um den Blick in die Zukunft ging es im zweiten und dritten Diskussionsteil. Aufbauend auf der Spurensuche, trugen die Synodalen Gemeinsames und Identitätsverbindendes zusammen. Aber auch Trennendes, das weiterverfolgt oder für das Identitätsverständnis toleriert werden soll. Zur Einführung jedes Aufgabenblocks stellte Paul Baumann Fragen an die Mitglieder des Vorbereitungsteams Christina Aus der Au, Stefan Keller und Hans Peter Niederhäuser. «Identität wächst im Gespräch und in den Beziehungen, weniger in den Strukturen», ist Aus der Au überzeugt. «In der Landeskirche geht es nicht darum, Einheit zu suchen, sondern den einheitlichen Umgang mit unserer Vielfalt», betonte Niederhäuser.

Aktiv werden
Was sich aus Sicht der Gesprächssynode aktiv zu stärken lohnt, bekam in der dritten Runde Fleisch an die Knochen. Die Tischgruppen formulierten konkrete Bereiche mit Handlungsbedarf und Ideen zu identitätsfördernden Massnahmen. Damit die Ideen nicht im Sand verlaufen, sollten sich die Teilnehmenden für die Weiterverfolgung ihrer Gedanken in Interessengruppen eintragen. Was dann an möglichen Vorstössen umgesetzt wird und auf welche Weise, das entscheiden je nach Zuständigkeit der Kirchenrat oder die Synode.

 

(Brunhilde Bergmann)


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