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Politik

Wer Frieden will, muss ihn vorbereiten

27.05.2022
Arne Engeli antwortet auf die Frage, ob die Ukraine eine Knacknuss für die Friedensethik ist.

Ich muss als Pazifist akzeptieren, dass man Putin jetzt nur noch mit Waffengewalt stoppen kann. Doch hat man alles versucht, den Krieg zu verhindern? Nein. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE hatte 2015 nach der Annexion der Krim und der Abspaltung des Donbass im Minsker Abkommen mit Russland und der Ukraine einen Weg zur Konfliktlösung ausgehandelt, mit Deutschland und Frankreich als Signatarstaaten. Es wurde leider nicht umgesetzt. Ob der völkerrechtswidrige Angriff damit hätte abgewendet werden können, ist ungewiss. Putin, der neue Zar, wollte die Ukraine heimholen in sein Imperium.

Die UN-Charta legitimiert das Recht auf Verteidigung. Aber auch der zivile Widerstand ist nicht zu unterschätzen. Sanktionen treffen Wirtschaft und Kriegskasse, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Die Schweiz als Umschlagplatz im russischen Rohstoffhandel und Parkplatz für Oligarchengelder könnte den Druck erhöhen, doch noch fehlt der politische Wille dazu.

Wenn endlich die Waffen schweigen werden, ist Wiederaufbau angesagt, Heilung von Traumata, Versöhnung – Aufgaben für Generationen. Der friedenspolitische Einsatz muss verstärkt werden, nicht die Aufrüstung. Ein Krieg hinterlässt letztlich nur Verlierer. «Selig die Gewaltlosen, denn sie werden das Land erben.»

 

(Ernst Ritzi)


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