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Politik

«Beten heisst unterstützen»

24.08.2022
Danken, Beten, Busse tun – unnötiger alter kirchlicher Zopf? Von wegen! Denn: Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag vom 18. September ist nicht einmal kirchlich angeordnet. In schwierigen Zeiten kann er zudem zum Nachdenken anregen, sind die beiden Thurgauer Ständeratsmitglieder Brigitte Häberli und Jakob Stark überzeugt.

Seit 1832 wird der Bettag in der Schweiz am dritten Sonntag im September gefeiert. Sein Ursprung ist nicht kirchlich, sondern staatspolitisch begründet: Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag sollte insbesondere mit der Gründung des schweizerischen Bundesstaates im Jahr 1848 zu einem Tag werden, der in der politisch und konfessionell stark fragmentierten Schweiz möglichst von allen gefeiert werden kann.

Jakob Stark in Arbon
Der Thurgauer SVP-Ständerat Jakob Stark freut sich, dass auch heute noch Bettagsfeiern durchgeführt werden. «Dazu leiste ich gerne meinen Beitrag», schildert er seine Motivation, wenn er am Bettag in Arbon als Hauptredner auftreten wird. Stark bedauert es, dass der Bettag im allgemeinen Bewusstsein nur noch schwach verankert ist. Persönlich habe er jedoch den Eindruck, dass es seit einigen Jahren vermehrt Bettagsfeiern wie jene in Arbon gibt, die gut besucht werden. Der Bettag sei durchaus noch angebracht, auch wenn er nicht mehr in breiten Kreisen gelebt werde.

Für Frieden beten
Als einen «wichtigen und wertvollen Tag im Jahr» bezeichnet auch die Thurgauer Mitte- Ständerätin Brigitte Häberli den Bettag. Er biete Anlass, um gemeinsam für die Errungenschaften in unserem Land zu danken und für den Frieden zu beten. «Besonders in diesem Jahr, wo in Europa Krieg herrscht, sind wir uns alle vermehrt bewusst, was es heisst, in Frieden leben zu dürfen.» Der Bettag sei wichtiger denn je, denn: «Gemeinsam zu beten und zu danken heisst, sich gegenseitig zu unterstützen. Nach den zwei Corona-Jahren und dem Krieg vor unserer Haustür ist das Bewusstsein besonders gross, dass wir dankbar sein können. Der Bettag stärkt unsere Gemeinschaft und gibt uns Halt und Kraft.»

Solidarität zeigen
Häberli ermuntert die Thurgauer Bevölkerung anlässlich des Bettags, weiterhin ihre Solidarität und Unterstützung für notleidende Menschen zu zeigen: «Gerade in diesen Zeiten der Unsicherheit und Besorgnis müssen wir zusammenstehen und uns gemeinsam engagieren. Weiter müssen wir unseren Institutionen Sorge tragen. Eine einwandfrei funktionierende Demokratie und ein zuverlässiger Rechtsstaat sind das Fundament, welches wir immer wieder stärken müssen, damit wir auch in Zukunft ein Leben in Sicherheit und Wohlstand haben werden.»

Dankbarkeit im Vordergrund
Jakob Stark sagt, seine Rede zum Bettag sei noch nicht ausgereift, doch werde «sicherlich die Dankbarkeit für unser Land im Vordergrund stehen». Dabei denke er auch an das Kirchenlied «O Herr, bleib unser Schirm und Hort». Danken, Beten und Busse tun, so Stark, seien ihm «wichtig – unabhängig davon, wie und wo das geschieht». Häberli dankt und betet meist still für sich: «Ich danke zum Beispiel für einen wunderschönen Morgenlauf in der Natur und bete für Kraft, Stärke und Geduld im Alltag.»

 

(Roman Salzmann)

Sonntag, 18. September, 17.00 Uhr: Zehnte Politische Bettagsfeier, evangelische Kirche Arbon, Motto «In Gottes Hand geborgen» mit Botschaft von Ständerat Jakob Stark


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