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Kirche

Der digitale Kirchenbote bringt mehr

THURGAU. Ab März beginnt für den Thurgauer Kirchenboten und mehrere andere Deutschschweizer Kirchenzeitungen mit dem Reformierten Webportal ein neues digitales Zeitalter. Zusammen mit dem Interkantonalen Kirchenboten starten sie gemeinsam Webseiten, die einen breiten Einblick in Kirche und Religion bieten.

Die Kirchenzeitungen der Ostschweiz und der Interkantonale Kirchenbote machen einen grossen Schritt in die digitale Zukunft: Dank eines straff geführten Planungsprozesses und unkomplizierten Kooperationsvereinbarungen konnten die neuen Webseiten im gleichen Design innerhalb nur eines guten Jahres umgesetzt werden. Die News-Plattformen verfügen über viele Gemeinsamkeiten, können jedoch von jedem Partner individuell bespielt werden. Am Reformierten Webportal sind die Ostschweizer Kirchenboten der Kantone St. Gallen, Thurgau, beider Appenzell und Glarus beteiligt. Die Federführung liegt beim Interkantonalen Kirchenboten, der in den Kantonen Basel Land und Stadt, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn und Uri erscheint. 

Tipps, Infos und Bilder

Zwischen den Webportalen der einzelnen Kantone kann einfach gewechselt werden, so dass der Thurgauer Kirchenbote eine lebendige Bereicherung und Aufwertung erfährt. Die neuen Webseiten geben nicht nur die Beiträge aus den Printausgaben wieder, sondern sie bieten zusätzlich Informationen rund um Kirche, Kultur und Gesellschaft. Dazu gibt es einen Beratungsteil, Tipps, Informationen der Landeskirche und deren Werke sowie weitere Dossiers. Und die Webseite verharrt nicht beim Buchstaben. Bildstrecken und Videos illustrieren das Kirchenleben. Für einen Veranstaltungskalender wurden die Vorbereitungen getroffen, damit auch dieser zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden kann.

Vielfältiger Einblick in die Kirche

Der Online-Auftritt wurde zusammen mit Multidigital, einem Unternehmen der NZZ-Mediengruppe, geschaffen. Tilmann Zuber, Chefredaktor des Interkantonalen Kirchenboten, betont: «Das Konzept sieht vor, dass auch Kantonalkirchen, Hilfswerke und andere Institutionen regelmässig ihre Inhalte publizieren können.» Das Internet werde so einen breiten, vielfältigen, spannenden und aktuellen Einblick in Kirche und Religion geben. Zuber bittet jedoch auch um Geduld: In den kommenden Wochen werde man mit Interessenten Gespräche führen und dann die Inhalte aufschalten. 

Kinderwettbewerb online lösen

Für Roman Salzmann, Chefredaktor des Thurgauer Kirchenboten, ist die erfolgreiche Lancierung des Reformierten Webportals keine Selbstverständlichkeit. Sie zeuge von einem zukunftsorientierten Denken der Kirchenmedien, die über die eigenen Grenzen hinausblicken. «Wir können unsere Meldungen online verbreiten und bieten unseren Lesern den Mehrwert der zusätzlichen Beiträge.» Der Thurgauer Kirchenbote wird seine umfangreichen Dossierbeiträge zur Reformation online sammeln. Die Kinderseite und deren Wettbewerb können ab sofort auch im Internet gelesen beziehungsweise gelöst werden. Um die Inhalte professionell zu pflegen, werde man die Redaktion ausbauen. 

Wie bei Tageszeitungen

Das Projekt gilt als komplex und exemplarisch: 2013 diskutierte man erstmals über eine solche gemeinsame Internetplattform, erzählt Jürg Steinmann, St. Galler Verantwortlicher für das Reformierte Medienportal. Dann folgten sechs Monate Konzeptarbeit und lediglich ein Jahr für die Realisierung «der komplexen Plattform, über die ansonsten nur grosse Tageszeitungen verfügen». Die Online-Ausgabe werde auch kirchenferne Menschen ansprechen, ist Gret Menzi, Präsidentin der Medienkommission der Glarner Landeskirche, überzeugt.