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Kirche

«Evangelische Invasion» in Kartause

26.05.2016
THURGAU. Die evangelische Schweiz kommt in den Thurgau: Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) wird zu einem Grossereignis, das von Fabienne Dudler minutiös vorbereitet wird.

Von Roman Salzmann

Das Rahmenprogramm soll den Thurgau von der besten Seite zeigen und einen Einblick in die Thurgauer Landeskirche bieten. Denn schliesslich kommt es nur alle 20 Jahre vor, dass Abgeordnete des Kirchenbundes im Kanton der Thurgauer Mitgliedskirche tagen. Was sie an diesem Grossanlass mögen und was nicht, weiss Fabienne Dudler – oder sie versucht es zumindest herauszufinden. Von Andachten, Besichtigungen des Klostergartens oder der Gebäulichkeiten über eine Labyrinthbegehung bis hin zur Weindegustation oder zu kulturellen Inspirationen aus dem Thurgau macht sie vieles möglich.

Öffentlicher Gottesdienst in Frauenfeld

«Es ist spannend, so etwas Grosses organisieren zu dürfen, sagt die Sekretärin des Zentrums für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau, Tecum, das in der Kartause beheimatet ist. Die Organisation der Abgeordnetenversammlung sei schon etwas aufwendiger als bei anderen Events – nur schon zur Sicherstellung der Mobilität aller Teilnehmenden. So gilt es denn, mit Bussen möglichst alles so zu koordinieren, dass alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind: Straffe Führung der Gäste ist zum Beispiel am Sonntagabend nötig, wenn sich alle um 18.30 Uhr zum gemeinsamen und öffentlichen Abendmahlsgottesdienst in der Stadtkirche Frauenfeld versammeln.

Wenn der Magen knurrt

Zum Apéro im Frauenfelder Rathaus treffe man danach auf lokale und kantonale Prominenz aus Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Nach dem ersten reich befrachteten Tag knurrt den Abgeordneten wohl bald schon ordentlich der Magen, oder sie haben besondere andere Interessen. Auch das ist für diese Anzahl Personen kein so einfaches Unterfangen an einem Sonntagabend, hat Dudler erfahren müssen: «Viele Restaurants haben dann geschlossen oder sind nicht ganz einfach erreichbar.» Trotzdem: Sie tut ihr Möglichstes, dass alle kulinarisch auf ihre Rechnung kommen und wieder zurück in die Kartause kommen.

Kartause ist zu klein

Die Unterbringung der Gäste ist eine weitere Herausforderung, weiss Dudler: «Alle wollen in der Kartause übernachten, aber wir haben nur 70 Zimmer.» Deshalb hat sie in der näheren Region geeignete Alternativen gefunden. Für die Tagung selber hingegen bietet die Kartause eine optimale Infrastruktur. Die Geschäfte werden simultan übersetzt, wofür ein professionelles Unternehmen engagiert wurde. Beim Rahmenprogramm ist Dudler bemüht, möglichst viele Angebote in Deutsch und Französisch aufzugleisen. Zu einem weiteren Höhepunkt wird nebst dem zweisprachigen Sonntagabendgottesdienst mit den Pfarrpersonen Wilfried Bührer, Olivier Wacker und Sarah Glättli auch der Gastabend der Thurgauer Landeskirche mit dem einheimischen Clown Ollie Hauenstein sowie Ansprachen von Kirchenratspräsident Wilfried Bührer, Regierungsratspräsidentin Monika Knill und Synodalpräsident Jakob Bösch.