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Damit Flüchtlinge arbeiten können

THURGAU. Welche Möglichkeiten sich Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt bieten und welche konkreten Förderungs- und Integrationswege existieren: Dazu äusserten sich verschiedene Referenten an der Wissens-Werkstatt der HEKS Regionalstelle Ostschweiz zum Thema Flüchtlinge.

Von Trudi Krieg

«Für jeden Flüchtling, der nach Europa kommt, ist das kein Spaziergang», sagte Nasim Mozzafari. Er war aus Afghanistan geflohen. An die konkreten Gründe für seine Flucht mochte er lieber nicht mehr erinnert werden, aber «es haben alle ihre oft schlimme Geschichte und ich bin glücklich, jetzt hier in der Schweiz zu sein.» Nicht über, sondern mit Flüchtlingen wurde an der Wissens-Werkstatt der HEKS Regionalstelle Ostschweiz in Amriswil gesprochen. Regionalleiterin Gabriela Alfanz freute sich über die mehr als 70 Teilnehmenden. Es sei eine bunte Mischung aus Freiwilligen, Fachleuten, Vertreterinnen und Vertretern von Kantonen, Gemeinden, verschiedensten Beratungsstellen, Kirchen und Migrationsämtern gewesen.

Von Analphabeten bis Akademiker

Kaum sind sie in der Schweiz, kommen Probleme wie Sprachbarrieren und ungewohnte Bräuche auf die Menschen zu, die vor Gewalt, Krieg und Terror geflüchtet sind. Olivia Ribaux von HEKS TG Job stellte den neuen Kurs zur Arbeitsintegration vor. Sie habe gelernt, sich mit Händen und Füssen, Bildern und Gesten zu verständigen. Von Analphabeten bis zu Akademikern gelte es abzuklären, was die Flüchtlinge alles schon gemacht haben und  können. Es gehe darum, das Selbstbewusstsein der oft traumatisierten Menschen aufzubauen. Neben dem Deutschunterricht sei es auch sehr wichtig, etwas über die Grundwerte unserer Gesellschaft wie Gleichstellung von Mann und Frau oder die Funktion der Sozialwerke zu vermitteln. Im Kurs sollen die Teilnehmenden zudem die schweizerische Arbeitskultur kennen lernen.

Auch der Kanton ist aktiv

Derzeit plant HEKS ein neues Projekt, das qualifizierten Migrantinnen und Migranten gezielte Informationen und Beratungen anbieten soll, wie sie ihren beruflichen Hintergrund in den schweizerischen Arbeitsmarkt einbringen können. Qualifizierte Migrantinnen und Migranten sind mit vielen Hürden konfrontiert, insbesondere wenn es darum geht, ihre ausländischen Diplome und Ausbildungen anerkennen zu lassen. Oliver Lind, Integrationsdelegierter des Kantons Thurgau, informierte seinerseits über das Thurgauer KIP (Kantonales Integrationsprogramm), welches die Bezirke und Gemeinden zu verschiedenen Massnahmen verpflichtet, wie zum Beispiel dem Anbieten von Sprachkursen, diesen aber Spielraum lässt in der Umsetzung.