News aus dem Thurgau

An seiner Seite

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11.10.2022
Depression ist die häufigste psychische Krankheit in der Schweiz. Rund 9 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Meist auch deren Angehörige. Was das bedeutet, zeigt die Geschichte von Eva und Max Hartmann.

Eva Hartmanns Mann, Max Hartmann, erkrankte 2014 an einer akuten Depression, die gut zwei Jahre dauerte. Sie begleitete ihn durch die Krankheit. Die Geschichte ihrer Beziehung zu Max ist eine Geschichte ├╝ber das Leben an der Seite eines Menschen, der erst lernen musste, loszulassen und N├Ąhe zuzulassen.

Als Eva Hartmann ganz frisch verheiratet war, zeichneten sie und ihr Mann unabh├Ąngig voneinander ein Bild ihrer Ehe. Sie malte die beiden H├Ąlften eines Apfels, die sich ber├╝hrten und erg├Ąnzten. Er skizzierte ein grosses Haus, das zwei weit entfernte S├Ąulen st├╝tzten. Es erschreckte sie damals, wie unterschiedlich sie beide ihre Ehe sahen. Der Abstand, den er zwischen sie und ihn zeichnete. Das war vor 33 Jahren. Sie blieb trotzdem an MaxÔÇÖ Seite. Auch wenn es nicht immer einfach war mit diesem Mann, der die N├Ąhe und das Vertrauen erst lernen musste. Der in eine Depression fiel. ┬źWir sind grundverschieden┬╗, sagt sie heute. Aber das erg├Ąnze sich gut.

Vor gut vier Jahren erst sind sie und ihr Mann aus dem Pfarrhaus ausgezogen. Eva Hartmann und Max Hartmann: das Pfarrehepaar, seit ├╝ber 30 Jahren in derselben Kirchgemeinde, Brittnau im Aargau. Die Wohnung in Zofingen: ein Neubau mit offener K├╝che, k├╝hle Steinb├Âden, viel Licht. An den weissen W├Ąnden h├Ąngen Fotografien mit st├Ądtischen Sujets, Malereien mit mediterranen Landschaften und moderne Ikonen. Zeugen ihrer gemeinsamen Reisen.

Eva Hartmann serviert Hibiskustee und erz├Ąhlt, w├Ąhrend sie eine Tasse davon einschenkt, dass sie die Hefeschnecken in der Servierschale auf dem Tisch mit den Kindern backte, die sie mehrmals w├Âchentlich betreut. Sie ist schlank, tr├Ągt kurzes Haar. Was auff├Ąllt, sind ihre dunklen Augen, die so wach und aufmerksam sind, dass sie immer ein wenig zu l├Ącheln scheinen. Und was noch mehr auff├Ąllt, ist ihre Energie. Sie erz├Ąhlt fast drei Stunden, Pausen macht sie selten. Sie spricht dabei von sich, aber fast h├Ąufiger spricht sie von ihrem Mann und seiner Erkrankung. Zwei Jahre hielt eine Depression Max Hartmann im Griff. Er schrieb ein Buch dar├╝ber. ┬źZur├╝ck zum Leben. Die Geschichte meiner Depression ┬╗, heisst es. Darin beschreibt er den Weg aus der Dunkelheit und wie Gott ihn zur├╝ck ans Licht begleitete. Aber auch Eva Hartmann hat ihn auf diesem Weg begleitet. Vor allem sie. Und das von Anfang an.

Denn die Geschichte seiner Depression begann nicht an dem Tag auf der Autoreise in die Toskana im September 2014, als er ihr mitten auf der Fahrt das Steuer ├╝bergab. Sie begann eigentlich schon, als sie sich in ihn verliebte und den Weg gemeinsam mit ihm ging. In einer gewissen Weise ist es also auch eine Liebesgeschichte.

Zum ersten Mal sah sie ihn, da war er frischgebackener Pfarrer in Brittnau, 28 Jahre alt, es war seine erste Stelle. Sie war 22, in der Jugendgruppe der Gemeinde und im Chor, lachte viel, war beliebt. Die Gemeinde vermittelte ein Treffen. ┬źEr lebte allein in diesem grossen Pfarrhaus mit den f├╝nf Schlafzimmern. Die Leute fanden, er brauche jemanden, der es mit ihm teilt, und meinten, wir w├╝rden zusammenpassen.┬╗

Max Hartmann, nur 1,68 Meter gross, kleiner als Eva, schm├Ąchtig, seine K├Ârperhaltung geb├╝ckt ÔÇô so, als h├Ątte er M├╝he, sich ganz zu zeigen. Er entsprach nicht ihrem Bild des aufrechten selbstgerechten Predigers auf der Kanzel. Sie mochte diese Zur├╝ckhaltung.

┬źIch sp├╝rte, da war eine Tiefe ÔÇô mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Das faszinierte mich.┬╗

Sie zog zu ihm ins Pfarrhaus, sie heirateten, sie vereinbarten, wer f├╝r was zust├Ąndig sein w├╝rde. ┬źAls Person bin ich jemand, die auf Menschen zugehen kann, die aus Kontakten sch├Âpft.┬╗ Dann f├╝gt sie an: ┬źF├╝r ihn ist der R├╝ckzug wichtig.┬╗

Also kn├╝pfte sie die Kontakte, erinnerte sich an die Geburtstage der Gemeindemitglieder, empfing Besuch. Er schloss die B├╝rot├╝r, wenn er an den Predigten schrieb oder Beerdigungen vorbereitete. Sie traf sich mit Freundinnen und k├╝mmerte sich mehrheitlich um die zwei Kinder, als sie zur Welt kamen. Er las viel, stieg aufs Bike, fotografierte: Dinge, die Menschen tun, die sich Raum zur├╝ckerobern wollen.

Max kann zuh├Âren, er ist ein guter Pfarrer. Er musste aber schon immer aufpassen, dass ihm nicht alles zu nah ging. Dies vertraute er seinem Tagebuch an, das er Ende 30 begann. Und indirekt auch seiner Frau Eva. Denn seine Eintr├Ąge legte er ihr zum Lesen neben den Herd.

┬źMir sein Journal zum Lesen zu geben, war seine Art, sich mir gegen├╝ber zu ├Âffnen. Ihm fiel es leichter, als zu reden.┬╗

Wenn es nach ihr gegangen w├Ąre, f├Ąhrt sie fort, h├Ątte sie das Pfarrhaus immer voll gehabt, Menschen eingeladen, sie aufgenommen. Sie taten es aber nur sporadisch. Als etwa eine Frau in der Gemeinde h├Ąusliche Gewalt erlebte, war klar, dass sie f├╝r eine Weile bei ihnen unterkam. ┬źAber Max w├Ąre ein volles Haus zu viel gewesen. Das war etwas, bei dem ich zur├╝ckstecken musste.┬╗

Sie steckte ihre Energie stattdessen in die Gemeinde, in die T├Âchter, traf sich mit Bekannten. Er hingegen entspannte sich nie so richtig, wenn er anderen Menschen nah kam. Auch bei den eigenen Kindern nicht. ┬źWenn er auf die zwei aufpasste, war er immer etwas unruhig.┬╗

Bereits damals, Jahre bevor Max ganz in die Depression abtauchen w├╝rde, fragte sie sich oft, warum ihm alles so schwerfiel ÔÇô und ihr selber alles so leicht. Und sie staunte auch ein bisschen. Denn eigentlich kannte sie diese M├╝he mit dem Leben von ihrer eigenen Mutter: ┬źSie wurde aufs Alter hin schwerm├╝tig.┬╗ Sie wuchs mit der m├╝tterlichen Depression auf. Man musste die Mutter schonen. ┬źSie hatte eine schwierige Kindheit. Ihr eigener Vater, mein Grossvater, war Alkoholiker und nahm sich das Leben. Die vielen k├Ârperlichen Schmerzen, die mit dem Alter kamen, und die Erfahrung der Kindheit, das fiel irgendwann auf sie zur├╝ck.┬╗

Nie aber auf sie. Eva Hartmann w├╝rde auch, als Max dann monatelang krankgeschrieben blieb, oft dar├╝ber nachdenken, warum sie selber eigentlich verschont geblieben war, warum sie diese Schwermut selber nie empfand. Sie hebt die Schultern, atmet ein. ┬źIch glaube, ich hatte einfach immer viele Menschen um mich herum, die mich trugen. Es war immer jemand da. Und ich f├╝hlte mich nie verantwortlich. Ich konnte mich selber sein. Das hat mich gest├Ąrkt.┬╗

Max hatte eine andere Kindheit. Er wuchs mit dem Wissen auf, sich am ├Ąlteren an einem Autounfall verstorbenen Bruder messen zu m├╝ssen. ┬źEr war ein Kind, das ganz f├╝r die trauernde Mutter da sein musste. Er lernte, die Bed├╝rfnisse der anderen zu erf├╝llen. Nicht aber seine eigenen. Das war ihm auch k├Ârperlich eingeschrieben. Als ob er st├Ąndig ein Kreuz tragen m├╝sste.┬╗ Und so ging der Alltag lange gut ÔÇô oder zumindest weiter. Denn Eva war ja gut darin, im Alltag.

┬źWir waren als Pfarrleute eigentlich immer Tag und Nacht im Einsatz. In den Ferien war dann klar, dass wir weggingen.┬╗

Max war der, der alles plante und organisierte. Er bl├╝hte regelrecht auf. Eva Hartmann genoss das: Graub├╝nden, Tessin, Toskana, ├ägypten, Israel, Kalifornien, Prag, Krakau, New York, Tiflis. ┬źWir verbrachten keine einzigen Ferien im Pfarrhaus. Auch wenn es m├╝hsam war, all die Sachen zu packen, wir h├Ątten zu Hause einfach nicht entspannt sein k├Ânnen. Irgendwer h├Ątte angeklopft oder angerufen.┬╗

Doch irgendwann reichten auch die Ferien nicht mehr. ┬źMax begann immer ├Âfter am Mittagstisch zu jammern.┬╗ Er wurde laut am Familientisch, wenn die T├Âchter ein Trampolin im Garten wollten, er fand das zu teuer, er empfand sich als Opfer, wenn eine Person aus der Gemeinde ihn kritisierte. ┬źNiemand versteht mich┬╗, sagte er immer ├Âfter. Aber eigentlich verstand auch Eva Hartmann Max nicht mehr. Sie irritierte das Gejammer, sie konnte es nicht nachvollziehen. ┬źEs ist doch dein Job, Seelsorge zu leisten und Vater zu sein, keine Zumutung┬╗, sagte sie ihm, ┬źwas ist los mit dir?┬╗ Aus Irritation wurde nach und nach Besorgnis. Immer ├Âfter litt Max Hartmann unter M├╝digkeit, immer h├Ąufiger wurden die Arztbesuche. Er brach sogar am Mittagstisch der Gemeinde zusammen. Der Befund: Stress.

┬źBurn-out?┬╗, fragte sich Max Hartmann im Tagebuch. ┬źWillst du nicht endlich professionelle Hilfe holen?┬╗ fragte Eva Hartmann zur├╝ck. Doch Max Hartmann scheute sich davor, sich einzugestehen, dass er kaum mehr Kraft hatte. Bis er gar keine mehr hatte. Das war am 25. September 2014. Ausgerechnet unterwegs in die Ferien. Auf dem Weg in die Toskana musste Eva Hartmann das Steuer ├╝bernehmen.

┬źMax konnte nicht mehr selber fahren. Er bat mich, die n├Ąchste Ausfahrt zu nehmen.┬╗

Nach der R├╝ckkehr aus Italien wurde Max Hartmann krankgeschrieben. Zwei Wochen. Diagnose: mittelschwere depressive Episode. ┬źDer Hausarzt meinte zu Max: Zwei Jahre w├╝rde es dauern, um da wieder rauszukommen. Das schockte ihn.┬╗

Und was machte diese Diagnose mit ihr, Eva Hartmann? ┬źIch war eigentlich auch erleichtert┬╗, sagt sie. ┬źIch wusste ja schon lange, dass etwas nicht stimmte.┬╗

Max Hartmann reduzierte sein Pensum auf 50 Prozent, besuchte eine Gespr├Ąchstherapie, nahm Medikamente, hatte gute und schlechte Phasen. Ende 2015 folgte ein R├╝ckfall, da erst legte er seine Arbeit ganz nieder, begab sich in die Behandlung einer Psychotherapeutin, Atemtherapie, machte Krafttraining, traf seinen Supervisor, schrieb Tagebuch. Vier Tage unter der Woche lebte er f├╝r einige Monate ausser Haus, in der N├Ąhe der Klinik in Riehen, wo er behandelt wurde.

┬źF├╝r meine Frau w├Ąre der Alltag zu belastend gewesen, mit einem kranken, oft so leblosen Mann um sich herum┬╗, schrieb Max Hartmann selber damals ins Tagebuch. Leblos. Ein be├Ąngstigendes Wort. Wie ging Eva Hartmann damit um, dass ihr Mann kaum mehr aufstehen konnte? Hatte sie sich nie Sorgen gemacht, dass er sich etwas antun w├╝rde? Nein, meint Eva Hartmann, eigentlich nie, sagt sie mit fester Stimme und klarem Blick: ┬źDas war sein und mein Gl├╝ck. Ich hatte immer das Gef├╝hl, dass er sich fangen konnte.┬╗

Den Boden gab ihm der Glaube. In sein Tagebuch notierte er:

┬źIch bin unterwegs durch eine Zeit der W├╝ste hin zu einem guten Land, in das Gott mich f├╝hrt, manchmal ist es schwer, daran zu glauben.┬╗

Dieser Weg, den Eva Hartmann mitging. ┬źIch kriegte nicht mehr alles mit in dieser akuten Phase┬╗, sagt sie r├╝ckblickend, ┬źich bin ja seine Partnerin, nicht seine Therapeutin und Betreuerin.┬╗ Aber war es wirklich so einfach, das zu trennen? War sie nicht doch mehr Begleiterin als Partnerin?

┬źSich nicht ganz in der Sorge um ihn verlieren, war nicht leicht┬╗, r├Ąumt sie ein. Das, sagt sie, sei vielleicht ihr pers├Ânliches, ihr eigenes Lehrst├╝ck am Ganzen: ┬źIch habe Max oft gesch├╝tzt, ich habe in der Beziehung zur├╝ckgesteckt, was N├Ąhe angeht, weil er es nicht ertrug. Ich habe ├╝bernommen, wenn er nicht mehr konnte. Das realisierte ich erst im Nachhinein.┬╗

Sie hatte auch wenig Wahl. Sicher nicht, als Max ganz ausfiel. Es war Eva Hartmann, die das Pfarrhaus in Schuss hielt, die Telefonanrufe f├╝r ihren Mann entgegennahm, Gemeindemitglieder und Bekannte dar├╝ber informierte, wie es ihrem Mann ging. ┬źWir hatten entschieden, es transparent zu machen, die Erkrankung meines Mannes nicht zu verheimlichen ┬╗, sagt Eva Hartmann. ┬źWir beten f├╝r dich, Max┬╗, schrieben Leute in E-Mails und auf Karten.

Nicht ganz so viele beteten in der Zeit f├╝r Eva Hartmann und fragten, wie es ihr dabei ging. ┬źEnge Freundinnen blieben aber hartn├Ąckig. Sie h├Ârten nie auf, sich nach mir zu erkundigen. Das hat mich getragen.┬╗ Sie unternahmen lange Spazierg├Ąnge im Wald, mit ihnen konnte sie teilen und loslassen. Und sie begleiteten sie an die Oltner Kabarett-Tage, oft auch kurzfristig, wenn Max zu wenig Kraft daf├╝r hatte.

Nur wenige aus der Gemeinde wandten sich ganz ab.

┬źDie ganz Frommen. Die dachten, wir w├╝rden nur nicht genug beten. Sie konnten mit einem depressiven Pfarrer nicht umgehen.┬╗

Und sie, Eva Hartmann? Wenn sie ganz ehrlich sei: Hatte sie sich wirklich nie ├╝berlegt, ihn zu verlassen?

Eva Hartmann z├Âgert nicht lange, weicht nicht aus, macht nicht den Anschein, dass es eine unbequeme Frage sein k├Ânnte. ┬źNein┬╗, sagt sie, ┬źeigentlich nicht. Denn ich habe ihn bei allem immer als K├Ąmpfer wahrgenommen. Er blieb stark.┬╗

Klar, r├Ąumt sie ein, er hatte Momente von Selbstmitleid, aber er liess das selbst nie lange zu. ┬źlch bewundere seine Disziplin. Er schrieb dieses Buch. Das k├Ânnte ich nie. Bei allem sehe ich seine Kraft.┬╗ ┬źAber klar┬╗, sagt sie weiter und schenkt sich eine Tasse Tee ein, ┬źseine Krankheit verlangt mir einiges ab. Bis heute.┬╗ Bis heute ist Max Hartmann auf Medikamente angewiesen. Manchmal nervt sie sich, wenn Max nicht daran gedacht hat, genug Medikamente f├╝r die Ferien im Engadin einzupacken. Manchmal findet sie, er k├Ânnte nun endlich wieder die Ferienplanung ├╝bernehmen. Die Winterpneus wechseln. ┬źDer Weg zur├╝ck dauert.┬╗

An manchen Morgen sp├╝rt sie schon, wenn er aufwacht und schweigt, wie sein Tag werden wird. Dass er sich bald ausruhen muss. Aber manchmal ├╝berrascht er sie mit Reisepl├Ąnen. So wie 2019, als sie die Ukraine besuchten. Ein Highlight. Ein Zeichen, dass es aufw├Ąrtsging. ┬źWir haben dort Herzensbeziehungen gekn├╝pft.┬╗

Wenn sie heute zur├╝ckdenkt an das Bild, das sie sich vor ├╝ber 30 Jahren von ihrer Beziehung machte, das mit den zwei H├Ąlften des Apfels, muss sie ein wenig lachen: ┬źDiese Idee habe ich aufgegeben. Eine Partnerschaft funktioniert nicht so, wie man es sich w├╝nscht. Liebe ist anders. Ich liebe Max, weil er mich ├╝berrascht, weil er diese Tiefe hat. Das war es ja auch, was mich von Anfang an faszinierte. Dazu geh├Âren auch seine Abgr├╝nde, wie ich heute weiss.┬╗

Und eigentlich, f├╝gt sie an, habe der Weg durch die Depression Max auch etwas offener gemacht: ┬źEr kann jetzt auch mal w├╝tend sein. Sagen, was er wirklich will. Nein zum Beispiel. Und er kann mir auch mehr zuh├Âren.┬╗ Auch er hat also sein Bild der Ehe, dieses Hauses mit den zwei weit entfernten S├Ąulen, zurechtger├╝ckt. Sie stehen n├Ąher beieinander.

Am Ende von Max Hartmanns ver├Âffentlichtem Tagebuch steht eine wundersch├Âne Widmung an Eva Hartmann:

┬źIch fand eine Frau, die psychisch und physisch gesund und grundsolide ist und die mich wirklich liebt. Sie wagt es, mich immer wieder ermutigend zu korrigieren und mich vor manchem, was ich mir einbrocken w├╝rde, zu bewahren.┬╗

Und das tat sie auch, als Max neulich wieder von der Schwermut gepackt wurde und seine Kraft ihn zu verlassen drohte. Mit Kreidestift schrieb sie auf den Spiegel im Bad den Refrain eines Songs von Lenny Kravitz, den ihr Mann mag: ┬źYour faith and patience will be your soldiers to guide you through your troubled times.┬╗

Text: Susanne Leuenberger, Bilder: Tilmann Zuber, kirchenbote-online

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