News aus dem Thurgau

Freude machen mit Musik

von Roman Salzmann
min
08.08.2025
«Jazz ist Improvisation. Man kann den Menschen eine Freude machen.» Das sagt Jazzmusiker Richard Ebneter, der auch erklärt, warum er so gerne in Kirchen spielt und was ihm der Glaube bedeutet.

Richard Ebneter geht in der Jazzmusik voll auf: «Der Jazz bietet alle Freiheiten. Die Dynamik, der Rhythmus, die Expressivität. » Das mag er auch an vielen Jazz-Genies. Angefangen hat alles, als er eine klassische Ausbildung am Konservatorium Winterthur gemacht hat. Doch Jazz am Konservatorium sei eigentlich verpönt gewesen. Deshalb habe er an der allgemeinen Jazzschule in St.Gallen Klavier weiter studiert. «Ansonsten war ich Autodidakt.» Er habe bereits zu dieser Zeit die Möglichkeit bekommen, mit anderen Jazzmusikern zusammenzuspielen. Wenn er am Klavier oder Keyboard sitzt, ist Ebneter in seinem Element, denn: «Jazz ist Improvisation. Die Beziehung Körper-Tastatur fasziniert mich.» Künstler wie Chopin und Liszt seien indes auch für Könner nicht einfach zu spielen: «Man braucht wie beim Schlagzeugspiel beide Füsse und Hände.»

Kirche und Glaube bedeuten ihm viel und er ist überzeugt: «Eher mehr beten als weniger! » Er mache sich auch immer wieder bewusst, was die Vergebung der Sünden am Kreuz bedeutet, die Jesus auf sich genommen habe: «Das ist schwer zu begreifen.» Doch er ist überzeugt, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben sei, wie es in der Bibel nachzulesen sei. Deshalb setzt er seine Gedanken musikalisch um und kann heute sozusagen ein Kirchenmusik-Jubiläum feiern: «Ich habe vor zehn Jahren mein einstündiges Requiem für Sopran und Orgel in der evangelischen Kirche aufgeführt.» Ausserdem habe er für Gesang und Klavier sowie für Orgel und Flöte komponiert. Seine Texte seien «mal sakral und dann doch wieder weltlich».

Meistens habe er seither mit seinem Jazzquartett in der Kirche verschiedene Eigenkompositionen oder Jazzstandards gespielt. «Ich finde es von der Akustik her nicht schlecht, in solch einem grossen Raum zu spielen. Bis jetzt hatten wir immer den Plausch in dieser Umgebung aufzutreten.» Ebneter sagt aber auch mit einem Augenzwinkern, dass das pianistische Können mit dem Alter immer etwas komplizierter werde: «Aber man gibt ja sein Bestes.» Und: «Das ist irgendwie meine Welt. Ich mag die vollgriffige Harmonik.» Was im Jazz-Gottesdienst vom 24. August in Kreuzlingen zu hören sein wird, ist noch nicht festgelegt: «Mal Swing, mal Ballade, mal Jazzwalzer oder vielleicht doch noch einmal ein Blues. Musik in der Kirche, was gibt es Schöneres?»


Jazz-Gottesdienst, Sonntag, 24. August, 10 Uhr, Kirche Kreuzlingen.

 

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