News aus dem Thurgau

Gachnanger im Fokus

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23.04.2018
Der Kirchenbote befindet sich in seinem 125. Erscheinungsjahr. An dieser Stelle blicken wir jeden Monat auf die entsprechende Ausgabe zu jener Zeit zurück – dieses Mal auf die Ausgabe Mai 1894.

In seinem ersten Erscheinungsjahr 1894 schreibt der Kirchenbote oft ├╝ber Probleme, die uns auch heute noch besch├Ąftigen. In der Mai-Nummer beispielsweise beklagt er die┬ávielen Suizide ┬źals eines der traurigsten und erschreckendsten Symptome unserer Zeit┬╗.


Renovationen als Lebenszeichen


Ohne Zahlen zu nennen schreibt der Kirchenbote, dass ┬źso viele Menschen, namentlich auch viele junge Leute, den Mut nicht mehr finden, den Kampf gegen schwierige Verh├Ąltnisse fortzuf├╝hren┬╗. Sie w├╝rden sich ┬źso bald verloren geben und oft genug dann ihrem Leben selbst ein Ende bereiten. Man k├Ânnte nicht glauben, dass Gottes unsichtbare Person und Macht ein zuverl├Ąssiger Grund sei.┬╗ Der Kirchenbote stellt aber auch┬áerfreut fest, ┬źdass es mit der evangelischen Landeskirche doch nicht Matth├Ąi am Letzten ist┬╗. Das w├╝rden zwar ┬źh├╝ben und dr├╝ben einige ungeduldige Geister meinen, die auf den Zusammenbruch der Kirche spekulieren┬╗. Als Beweis, dass die Landeskirche lebt, f├╝hrt der Kirchenbote die zahlreichen Renovationen von kirchlichen Geb├Ąuden im Kanton Bern an.


┬źHerz und Beutel ├Âffnen┬╗

Gemeldet wird ebenfalls, dass Dekan Alexander Otto Aepli aus Gachnang an der neuen schweizerischen Bibel├╝bersetzung mitgearbeitet hat, die 17 Jahre dauerte. Die Bibel erschien dann im Verlag Huber in Frauenfeld. Im Fr├╝hling 1894 waren ├╝brigens ├╝berdurchschnittlich viele Spenden eingegangen ÔÇô vor allem f├╝r die Anstalt f├╝r ┬źSchwachsinnige┬╗ im Thurgau und f├╝r ein Waisenhaus in Chile. Auch das meldet der Kirchenbote mit Freude. Immer wieder ruft er Thurgauerinnen und Thurgauer auf, ┬źHerz und Beutel┬╗ zu ├Âffnen.

(27. April 2018, Text: Esther Simon, Bild: Pfr. Christian Herrmann)

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