News aus dem Thurgau

Gott ins Gespräch bringen

von Cyrill Rüegger
min
02.09.2025
Die Bibelverse in gelber Schrift auf blauem Grund fallen auf. Im Oberthurgau ist aktuell sogar ein Bus im Bibelvers-Look unterwegs. Und in Pfyn soll demnächst ein Bibelvers-Plakat vor dem Pfarrhaus montiert werden. Was steckt dahinter?

Dürfen Kirchgemeinden prominent mit Bibelversen «werben»? Der Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche Thurgau sieht darin kein Problem. Mit der Frage war er von der Evangelischen Kirchgemeinde Pfyn konfrontiert worden, wo vor dem Pfarrhaus demnächst ein Bibelvers-Plakat realisiert werden könnte.

In der Kirchenvorsteherschaft habe es gewisse Bedenken gegeben, ob ein solches Plakat sinnvoll sei, erklärt Pfarrerin Aylin Weets. Sie selbst hat eine klare Haltung: «Ich finde es gut, wenn wir die Menschen im Alltag an Gottes Wort erinnern. Ein Bibelvers-Plakat ist ein sichtbares Zeichen, dass die Kirche und Gott noch da sind.» Zudem werde das Pfarrhaus damit stärker als solches erkennbar. Sie sei froh, dass der Kirchenrat die Zweifel ausräumen konnte.

Bis zu 7000 Plakate

Bibelverse in der Öffentlichkeit sind nichts Neues. Auch andere Thurgauer Kirchgemeinden haben schon Plakate damit aufgestellt. Schweizweit bekannt sind die blauen Plakate mit gelber Schrift, die immer mal wieder am Strassenrand oder an einem Bahnhof zu sehen sind. Im Oberthurgau ist derzeit sogar ein Bus mit einem Vers von Jesus Christus unterwegs: «Fürchte dich nicht, vertraue mir!»

Verantwortlich für die Kampagne ist die Agentur C mit Sitz in Lyss. Sie wurde vor 40 Jahren von Unternehmer Heinrich Rohrer gegründet. Seit 22 Jahren leitet Peter Stucki die Geschicke – ehrenamtlich. Die Agentur lanciere jährlich eine neue Kampagne mit einer Auswahl von sechs bis acht Versen und insgesamt 5000 bis 7000 Plakaten in der ganzen Schweiz, sagte er gegenüber der Thurgauer Zeitung. Zudem seien schweizweit 42 Busse mit Bibelversen unterwegs.

Verse lösen etwas aus

Gemäss Sandra Fercher, Sekretärin der Agentur C, erhalte man immer wieder Rückmeldungen. Die meisten seien positiv. Es gebe aber auch kritische Stimmen. Dadurch lasse sich die Agentur C indes nicht beirren, im Gegenteil: Es zeige, dass die Verse gelesen werden und bei den Menschen etwas auslösen. Das sollen sie in Zukunft auch vor dem Pfarrhaus in Pfyn. Geplant sei nämlich, die Bibelverse der Agentur C aufzuhängen, verrät Pfarrerin Aylin Weets.

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