News aus dem Thurgau

Richtig Sorge tragen

min
29.12.2016
Das Berufsgeheimnis in der Seelsorge ist Chance und Herausforderung zugleich. Der Thurgauer Seelsorger Tobias Arni hat an einem Buch mitgewirkt, das Antworten auf die Fragen nach dem Umgang mit dem Anvertrauten gibt.

¬ęIn der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts hat¬†sich die Seelsorge in Auseinandersetzung mit¬†der Psychotherapie enorm entwickelt¬Ľ, erkl√§rt¬†Tobias Arni. Seelsorge sei in der zunehmend individualisierten¬†Gesellschaft immer spezialisierter¬†geworden. So gebe es heute¬†ganz verschiedene Arten von¬†Seelsorge ‚Äď von der Gef√§ngnis√ľber¬†die Klinik- bis zur Internetseelsorge.¬†Damit verbunden¬†seien auch viele Fragen zum¬†Berufsgeheimnis aufgetaucht:¬†¬ęWem darf ich, unter welchen¬†Umst√§nden, was, wie weitererz√§hlen?¬Ľ Der Schweizerische¬†Evangelische Kirchenbund (SEK) hat deshalb¬†eine Handreichung herausgegeben, die diese¬†Fragen insbesondere aus theologischer Sicht beleuchtet.

Beispiele aus der Praxis

Arni arbeitet als Klinikseelsorger f√ľr die Psychiatrischen Dienste Thurgau und hat an der Erarbeitung des knapp 200-seitigen Werks mitgewirkt. Aufgebaut ist das Buch mit dem Titel ¬ęDem Anvertrauten Sorge tragen - Das Berufsgeheimnis in der Seelsorge¬Ľ wie folgt: Ausgangspunkt sind f√ľnf Praxisbeispiele. Die jeweiligen pers√∂nlichen, ethischen und rechtlichen Dilemmata werden beschrieben und dazu die juristischen Antworten geliefert. Es folgt eine theologische Reflexion. Folgerungen f√ľr die Praxis und Empfehlungen schliessen die Kapitel ab.

Auch Ehrenamtliche angesprochen

Das Buch befasst sich insbesondere mit den Herausforderungen im Rahmen der beruflichen Zusammenarbeit. Es zeigt auf, wie innerhalb der Grenzen des Berufsgeheimnisses der n√∂tige Informationsaustausch innerhalb eines Teams m√∂glich ist oder nicht. Tobias Arni betont aber, dass sich gerade auch ehrenamtliche Mitarbeitende mit der Handreichung auseinandersetzen sollten: ¬ęGr√∂ssere Kirchgemeinden kennen zum Beispiel ehrenamtliche Besuchsgruppen, die Kirchgemeindemitglieder besuchen. Gerade f√ľr solche Menschen, die einen wertvollen Dienst leisten und im Auftrag der Kirche handeln, ist es wichtig, √ľber das Berufsgeheimnis in der Seelsorge informiert zu sein. Denn es gilt auch f√ľr sie.¬Ľ cyr

Unsere Empfehlungen

Tafelsilber nicht veräussern

Tafelsilber nicht veräussern

Er ist das «rechtliche Gewissen» des evangelischen Kirchenrats im Thurgau – gerade auch in Fragen rund um die Gebäudeinfrastruktur: Hanspeter Heeb ist es wichtig, dem Kirchengut Sorge zu tragen.
Für ein Stück mehr Lebensqualität

Für ein Stück mehr Lebensqualität

Gut ein Jahr nach dem Beginn des Krieges ist in der Ukraine kein Ende des Konflikts in Sicht. Speziell in der Anfangszeit sprangen viele evangelische Kirchgemeinden in die Bresche, um geflüchteten ukrainischen Familien zu helfen. Nachdem Kanton und Gemeinden mittlerweile viele Angebote aufgegleist ...
Ein Sammler von 150 Glocken

Ein Sammler von 150 Glocken

Glocken hängen im Thurgau nicht nur in Kirchtürmen. Glocken kann man auch sammeln, was Heinz Auer aus Bichelsee fast sein Leben lang getan hat.
Als die grossen Glocken Einzug hielten

Als die grossen Glocken Einzug hielten

Im nächsten Jahr wird das grösste Geläut einer evangelischen Kirche im Kanton Thurgau 100 Jahre alt. Im Jahr 1924 wurden sechs der heute sieben Glocken in einer Prozession zur Bergli-Kirche in Arbon gebracht und aufgezogen.