News aus dem Thurgau

Verwendung Gelder wird nachvollziehbarer

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23.01.2023
Ueli Keller, Kantonsrat Grüne aus Bischofszell, erklärt, weshalb er Leistungsvereinbarungen als gute Lösung erachtet.

Als Sozialarbeiter erlebe ich immer wieder die Grenzen der staatlichen Sozialhilfe. Es gibt Situationen, in denen klar ist, dass Unterst√ľtzung ben√∂tigt wird. Aber es gibt keine offiziellen M√∂glichkeiten, sie zu leisten. In solchen F√§llen springen oft die Landeskirchen ein. Sie k√∂nnen viel unkomplizierter Hilfe leisten. Das ist nur eines von vielen Beispielen daf√ľr, dass Kirchen Arbeit von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung leisten. F√ľr mich ist klar, dass f√ľr solche Leistungen auch juristische Personen aufkommen sollen. Wenn Firmen verpflichtet sind, Steuerbeitr√§ge an die Kirchen zu leisten, sollte die Verwendung der Steuergelder nachvollziehbar und mitgestaltbar sein, auch f√ľr Nicht-Kirchenmitglieder. Doch heute gibt es diese M√∂glichkeit nicht. Leistungsvereinbarungen w√ľrden dieses Problem entsch√§rfen. √úber den Kanton k√∂nnte die Vereinbarung publik gemacht und politisch darauf Einfluss genommen werden. Die Kirchensteuern f√ľr juristische Personen w√ľrden damit demokratisch besser legitimiert. Dar√ľber hinaus w√§re es konsequent, wenn zus√§tzlich die M√∂glichkeit geschaffen w√ľrde, √ľber die √∂ffentlich-rechtliche Anerkennung auch andere Religionsgemeinschaften mit Steuergeldern zu beg√ľnstigen. Damit w√§re das Landeskirchenmodell definitiv in der heutigen Realit√§t ‚Äď in der religi√∂sen Vielfalt unserer Gesellschaft ‚Äď angekommen.

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Prof. Dr. Christina Aus der Au, Kirchenratspräsidentin der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, erläutert, weshalb sie Leistungsvereinbarungen gegenüber kritisch eingestellt ist.