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Kirche

Grenzüberschreitende Einladung: «Komm ‘rüber»

«Komm ‘rüber» heisst das Motto des 17. internationalen ökumenischen Bodensee-Kirchentags 2016. Es lädt dazu ein, Grenzen zu überschreiten. Erwartet werden bis zu 8'000 Besuchende.

Von Brunhilde Bergmann

«Wir haben als Kirche viel zu sagen», betont der katholische Dekanatsreferent Ralph Haas aus Konstanz. In welcher Vielfalt das geschieht und was Kirche zu sagen hat, wird am letzten Juni-Wochenende in Kreuzlingen und Konstanz nicht zu überhören sein. Der internationale ökumenische Bodensee-Kirchentag BKT 16 knüpft daran an, dass er am Ort des Konzil-Jubiläums stattfindet. So versteht er sich als Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und will Plattform zum Austausch über wichtige gesellschaftliche und kirchliche Themen sein. Laute, aber auch ganz leise Töne werden zu vernehmen sein, eingängige wie unbequeme. Spiritualität, Kunst und Kultur, Gottesdienste, Feiern und Party – sogar die Übertragung des Fussball EM-Achtelfinals wird einbezogen – bieten Christen jeglicher Couleur eine breite Basis, sich zu finden und einzubringen. Die Breite dieser Palette ist charakteristisch für den BKT, der vor 34 Jahren als Bewegung aus kirchlichen Basisgruppen entstanden ist und seither alle zwei Jahre in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz stattfindet. 

Grenzen überwinden – auch beim Denken

Der Bodensee-Kirchentag verbindet. Das Motto «Komm ‘rüber» lädt Christen und Nichtchristen rund um den Bodensee ein, mehr als nur die Staatsgrenze zu überschreiten, die zwischen den beiden zusammengebauten Städten Konstanz und Kreuzlingen liegt. Das Motto fordert auch zu neuen Wegen im Denken auf, dazu sich der Herausforderung durch neue Sichtweisen zu stellen. Pfarrer Gunnar Brendler, Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen, Kontaktperson der Evangelischen Landeskirche Thurgau und Mitglied in der Geschäftsleitung BKT 16 meint: «Egal ob Schweizer, Deutsche oder Österreicher, egal ob katholisch, evangelisch, freikirchlich oder orthodox, wir organisieren gemeinsam diesen Anlass, wir wollen die bunte und lebendige Vielfalt christlicher Lebensäusserungen rund um den See darstellen. Es ist eine versöhnte Verschiedenheit, die eine extreme Kraft entwickelt und den Besuchenden sehr viel zu bieten hat.» Hans Buser, pensionierter Prediger von der Chrischona Gemeinde Kreuzlingen und Sabine Neufang, Synodevorsitzende im Bezirk Konstanz sind sich einig: «In der Geschäftsleitung ist es uns gelungen, die Grenzen im Kopf abzulegen.» Schön, wenn das die erwarten 8000 Teilnehmenden am BKT 16, auch schaffen würden. 

Grossveranstaltungen und Rückzugsmöglichkeiten

Ein Publikumsmagnet dürfte der Eröffnungsvortrag am Freitag im Konzil mit Reformationsbotschafterin EKD Margot Kässmann: «Was gibt es da zu feiern?» sein. Zahlreiche Grenzgänger im Sinn des Kirchentagmottos werden auch beim Musikprojekt von Peter Roth im Konstanzer Münster: «Lambarene – In Ehrfurcht vor dir» mit Texten aus dem Sonnengesang und Gedichten vom Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist erwartet sowie beim Go Special Gottesdienst mit Prediger Klaus Douglass in der Konstanzer St.Stephanskirche. Ebenso zum konstruktiv-kritischen  Gespräch über Luther mit Heiner Geissler und Prof. Volker Leppin: «2017: Einheit nach 500 Jahren?» am Sonntag im Evangelischen Kirchgemeindehaus Kreuzlingen. Zuvor halten Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer und Margot Kässmann in der angrenzenden Stadtkirche gemeinsam Gottesdienst. Rückzugsmöglichkeiten während der gesamten BKT-Dauer bietet der Raum der Stille in der Krypta vom Konstanzer Kloster Zoffingen, anwesend ist immer jemand, der auf Wunsch bereit ist, mitzubeten. Bei den Gesprächen am Jakobsbrunnen kann man sich mit prominenten Persönlichkeiten austauschen. Römisch katholische Reformbewegungen bieten in Anlehnung an Jesu Begegnung mit der Samariterin am Brunnen einen Ort zum Gespräch über Themen des Lebens und Glaubens. 

150 Einzelveranstaltungen und Markt der Möglichkeiten

Die 150 Einzelveranstaltungen sind im 98 Seiten dicken Programmheft zunächst chronologisch von Freitag 9.00 Uhr bis Sonntag 14.00 Uhr in der Übersicht aufgeführt. Im Hauptteil sind die Programmangebote übersichtlich in 12 Themenbereiche gegliedert, Querverweise erleichtern das Zurechtfinden und die Planung. Rund ums Konstanzer Münster findet am Samstag der Markt der Möglichkeiten mit Ständen von 60 Organisationen und Gruppen statt.  

«Junger Bodensee-Kirchentag» auf Smartphone-App

Der «Junge Kirchentag» ist speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugeschnitten. Daniel Scherrer, Fachstelle Kinder und Jugend bei der katholischen Landeskirche Thurgau interpretiert das Motto «Komm rüber» als Frage, die der Junge Kirchentag stellt: «Wie kommt meine Meinung rüber, was habe ich zu sagen?» Begegnungen mit Bischof Felix Gmür, Stephan Sigg, Emanuel Reiter und Chrisian Lohr zählen sicher zu den Hihlights. Und natürlich die Übertragung vom EM-Achtelfinal im Keller vom Kolpinghaus. Informationen über das eigene, umfangreiche Programm gibt es über das Smartphone-App «Junger Bodensee-Kirchentag», erhältlich über App Store oder Google Play

Keine Teilnahmegebühr

Fast alle Veranstaltungen sind für die Besucherinnen und Besucher frei. Das ist nur möglich, dank Spendengeldern und Unterstützung von kirchlichen Körperschaften und Organisationen, die Räume und Personal zur Verfügung stellen. «Vor allem aber dank dem überwältigend grossen Engagement, das die Mitarbeitenden weitgehend in Fronarbeit leisten.», freut sich Pfarrer Gunnar Brendler. Allein an der Programmgestaltung waren rund 100 Fachpersonen beteiligt, ungezählt seien die Freiwilligen, die die Durchführung des Grossanlasses überhaupt ermöglichen. So hat sich zum Beispiel Tecum-Leiter Thomas Bachofner, Kartause Ittingen, massgeblich in die Programmgestaltung im Bereich Spiritualität eingebracht, Pfarrer Peter Schüle aus Steckborn in den Bereich Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung und der Kreuzlinger Jugendarbeiter Imerio Pianari in den jungen Kirchentag. Barbara Friedinger aus Thundorf leitet den Programmbereich Kinder und Familie, die Sparte interreligiöser Dialog obliegt Susanne Dschulnigg aus Kreuzlingen und Oliver Wendel von der landeskirchlichen Fachstelle übernahm die Bereichsleitung Popularmusik. 

Ergänzend zum ÖV verkehrt in Kreuzlingen ein kostenloser Shuttlebus und bringt die Kirchentagsbesucherinnen und Besucher vom Hauptzoll bis zum Stefanshaus. «Doch das schnellste Verkehrsmittel wird ohne Zweifel das Fahrrad sein», meint Monika Pätzel von der City-Pastoral Konstanz.


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