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Gesellschaft

Auf innere Stimme hören

15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind hochsensibel. Sie haben ein grosses Verlangen nach Ruhe und zurückgezogenheit. Und sie werden häufig missverstanden.

«Ich wär so gern ein Elefant, dann würde ich jubeln laut. Es geht mir nicht ums Elfenbein, nur um die dicke Haut»: Hochsensible Menschen können sich mit diesem Spruch wohl gut identifizieren. Rund 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung gehören zu dieser Gruppe.

Zu viel, zu laut

Schon zeitig fallen sie aus dem Rahmen als überangepasste Kinder mit grossem Harmoniebedürfnis, häufig kränkelnd, schmächtig, und mit einem grossen Bedürfnis nach Ruhe und Zurückgezogenheit. Wenn andere Kinder toben, sitzen sie mit einem Bilderbuch stundenlang in der Ecke und spüren den Fabelwesen nach. Mimosenhaftigkeit wird ihnen nachgesagt, die sie leicht zum Aussenseiter macht. Ihre Wahrnehmung als neurologischer Prozess ist stärker, die Filtersysteme sind schwächer. Durch das Phänomen der Überreizung wird es schnell zu viel, zu laut, zu schmerzhaft.

Feine Antennen

Gerechtigkeitsfragen lassen sie dicht an sich heran. Naturerlebnisse, die Fähigkeit nach innen zu lauschen sind für Hochsensible wunderbare Erfahrungen, um den Einklang von Geist, Körper und Seele zu erfahren. Die feinen Antennen der Hochsensiblen gehen oft mit künstlerischer Begabung einher. Spiritualität und Fragen nach dem Sinn des Lebens sind Balsam für ihre Seele. Sylvia Harke ermutigt in ihrem Buch «Hochsensibel – Was tun?» die Leser, auf die innere Stimme zu hören und ganz sie selbst zu werden. Hochsensibilität ist keine Krankheit, aber sie verändert die Wahrnehmung, macht Personen empfindlicher und verletzlicher, aber auch leistungsfähiger in speziellen Teilbereichen.

Kurs «Leben mit Hochsensibilität» mit Psychotherapeutin und Theologin Antje Sabine Naegeli: Samstag, 11. November, 9.30 Uhr bis Sonntag, 12. November, 16 Uhr, Kartause Ittingen.

(Rosemarie Hoffmann, 18.10.2017)