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Gesellschaft

Landfrauen sind gut verwurzelt

Tradition und christliche Werte prägen die Thurgauer Landfrauen. Sie übernehmen soziale und kulturelle Aufgaben in Kirche und Gesellschaft. Landfrauentage werden traditionell in Kirchen abgehalten.

Landfrauen leben besonders stark mit dem Rhythmus der Natur und auch mit den Traditionen im Jahresablauf. Vogelgezwitscher und die ersten Blumen locken jetzt in den Garten. Dort sind zuerst noch Aufräumarbeiten angesagt, bevor neu gesät und gepflanzt werden kann. Aber die Vorfreude, der Bewegungs- drang, Entschlacken und neu Anpacken, das alles stimmt auf den Frühling ein. Höhepunkt ist dabei das Osterfest, der wichtigste Tag im Kirchenjahr. Im und um das Haus wird festlich herausgeputzt und die Bedeutung des Tages mit einem besonders festlichen Essen hervorgehoben.

Gemeinsamkeiten

Regula Böhi-Zbinden ist Präsidentin des Thurgauer Landfrauenverbands. Über 50 Sektionen im ganzen Kanton gehören dazu. Längst sind nicht mehr ausschliesslich Bäuerinnen im Verband. Es sind auch Frauen von Gewerbetreibenden dabei, ausser Haus berufstätige Frauen, einfach Frauen vom Land. Der Verband ist konfessionell und politisch neutral. Tradition und christliche Grundwerte sind aber stark motivierend für das Tun der Landfrauen. Die Landfrauenvereine haben auch eine soziale Aufgabe in der Gesellschaft. Vom Verband aus geregelt sind viele dienende Tätigkeiten wie Hauspflege, gesunde Ernährung, Weiterbildung. Hilfeleistungen an ältere oder sonst hilfsbedürftige Mitglieder, auch Alleinerziehende gehören wie selbstverständlich dazu. Das ist vereinsspezifisch und von der Geschichte geprägt.

Höhepunkte im Jahresablauf

Die ersten Höhepunkte im Jahr sind für die Frauen vom Thurgauer Landfrauenverband jeweils die Landfrauentage, welche seit 1929 traditionell in Kirchen der verschiedenen Regionen abgehalten werden. Die Kirche ist ein würdiger Ort, der dem Anlass ein gewisses Gewicht gibt, finden die Frauen vom Vorstand, und für die Landfrauen ist das seit Jahrzehnten so. Mit dem Lied «Grosser Gott, wir loben dich» wird die Feier jeweils begonnen. Das Lied kennen alle, auch Frauen, die sonst keine grossen Kirchgängerinnen sind. Auch die Orgelbegleitung gehört dazu: «Wir leben in einem christlichen Land und da gehören solche Traditionen dazu», findet die Präsidentin Regula Böhi-Zbinden. Ihr selber bedeuten die christlichen Werte viel, weil sie beim Zusammenleben und Arbeiten eine Hilfe sind: Einander mit Wohlwollen und Respekt begegnen, über den eigenen Tellerrand blicken, den Schwächeren Hilfe anbieten und die Menschen so annehmen, wie sie sind. Bewusst werden für die Landfrauentage Referentinnen oder Referenten gesucht, die für den nicht immer einfachen Alltag Ermutigung und Zuspruch bieten. Das lässt sich oft in Bibelversen finden. Der persönliche Kontakt mit Vorstandsmitgliedern der einzelnen Sektionen ist Böhi wichtig: «Die Frauen sollen wissen, an wen sie sich bei Schwierigkeiten wenden können.»

Autonom, selbstverantwortlich

Abgesehen von den gemeinsamen Anlässen wie den Landfrauentagen und dem Witfrauentag, der alljährlich im Juni stattfindet, sind die einzelnen Sektionen autonom und selbstverantwortlich. In vielen Sektionen übernehmen die Landfrauen in den Kirchgemeinden Aufgaben wie die Gestaltung des Erntedankgottesdienstes, Suppenzmittag oder Kirchendekorationen.

(23. März 2018, Text & Bild: Trudi Krieg)


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