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Religionen

Nicht die Wahrheit, sondern nur Wahrheit

Wie vertragen sich Mission und interreligiöser Dialog? Das meint Pfarrer Jakob Bösch zu dieser Frage.

«Was sagt das Neue Testament zu Mission und interreligiösem Dialog? Auf der einen Seite steht der Missionsbefehl von Christus in Mt. 28. Er läuft darauf hinaus, Menschen für den Glauben an ihn zu gewinnen. Auf der anderen Seite heisst es in 1. Petr. 3,15: «Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von Euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung.» Hier steht der Dialog im Vordergrund. Mir persönlich entspricht die Formulierung in der «St. Galler Erklärung für den interreligiösen Dialog» von 2005: «Wir sind offen dafür, dass Religionsgemeinschaften im Gespräch und im Zusammenleben miteinander Wahrheit entdecken, teilen, weitergeben und empfangen.»
Entscheidend ist ein Wörtchen, das nicht dasteht. Es heisst nicht die Wahrheit, sondern nur Wahrheit. Niemand verfügt über sie. Nun kann man einwenden, dass Gott uns – den Christinnen und Christen – die eine Wahrheit offenbart hat. Meine kritische Anfrage lautet: Können wir behaupten, dass unser Kopf klüger ist als der von Gläubigen anderer Religionen, die ihrerseits überzeugt sind, dass Gott ihnen Wahrheit offenbart hat? Für mich ist klar: Unser Begreifen ist geprägt – und begrenzt – unter anderem von unserem Umfeld und unserer Geschichte. Für mich bedeutet Dialog: Gespräch am selben Tisch, partnerschaftlich, mit der Bereitschaft, die bisherige Haltung zu ändern, Neues zu lernen.»

 

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