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Kultur

Kinder helfen Kindern

Um den 6. Januar herum – dem Fest der Heiligen drei Könige – sind vielerorts Sternsinger unterwegs – in Alterswilen-Hugelshofen, Lommis, Horn und Braunau auf ökumenischer Basis.

Nach dem katholischen Brauch tragen Kinder als Sternsingerinnen und –singer den Segen von Haus zu Haus. Doch auch Evangelische lassen sich dazu motivieren. «Wir gehören zusammen » heisst das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion. Kinder mit Behinderungen aus dem Beispielland Peru sollen 2019 von den gesammelten Spenden der Sternsinger profitieren.

Lebendige Tradition
«Heute sagen die Sternsinger die gute Nachricht vom Segen Gottes für die Welt weiter, das ist ihre Aufgabe zu allen Zeiten. Früher war das Segnen von Häusern, allgemein von nichtbelebten Gegenständen, ein trennendes Element zwischen den Konfessionen; heute ist Verbindendes wichtiger geworden’», so Karin Kaspers- Elekes, Spitalseelsorgerin und Pfarrerin in Horn, der das ökumenische Miteinander ein besonderes Anliegen ist. Dieser Brauch bereitet den Kindern, die mitmachen, viel Freude, aber auch den Erwachsenen: Evangelisch Lommis macht unter anderem schon seit Jahren mit, weil es schön sei, etwas ökumenisch gemeinsam zu tun. Die Kinder hätten Freude, sich zu verkleiden; es sei ein schöner Dorfbrauch geworden, ist der Tenor im Dorf. In Braunau ist die Tradition bereits seit 2001 fest verwurzelt, sagt Hans Bodenmann. Monika Lehner, die Verantwortliche in Tobel/Braunau, beschreibt dies so: «Die Kinder werden, bevor sie losziehen, vom evangelischen und katholischen Pfarrer gesegnet. Nach eineinhalb Stunden gibt’s noch einen Hotdog, etwas zu trinken und ein kleines Geschenk. » In Alterswilen-Hugelshofen «spielt die Religion keine Rolle. Wir finden es sehr wertvoll, wenn unsere Kinder anderen Kindern helfen, denen es an vielem mangelt, das für uns selbstverständlich ist. Es machen immer viele Kinder freiwillig mit, welche helfen möchten», sagt die Koordinatorin Barbara Ludwig.

Was ist die Motivation?
Die Sternsingeraktion möchte für das Leid von Kindern weltweit sensibilisieren und aktiv werden. «Wir wollen den Kindern zeigen, dass sie mit einem Abend Aufwand viel bewirken können, und Kindern in der ganzen Welt wie auch in der Schweiz helfen können», sagt Monika Lehner. Für Barbara Ludwig «ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Kirchgemeinde wichtig. Wir Primarlehrerinnen, katholische und reformierte Katechetinnen, die Jugendarbeiterin und der Pfarrer gestalten zusammen mit den Sternsingern einen Familiengottesdienst zum Abschluss der Aktion mit anschliessender Königskuchen-Teilete.» In Horn ist laut Kaspers-Elekes die Motivation der Jüngsten sicher auch, dass sie sich gern verkleiden und in die Rolle der Könige schlüpfen, die mit dem Stern von Haus zu Haus ziehen. Die Jugendlichen seien eher wegen des guten Zwecks unterwegs: Sie sammeln Spenden für das Horner Dorfprojekt, in diesem Jahr für die Menschen in Burundi.


(20. Dezember 2018, Rosemarie Hoffmann)

 

Der Hintergrund von «C-M-B»

Die Bibel erzählt im Matthäusevangelium die Geschichte von den Weisen aus dem Osten. Als Sterndeuter folgen sie einem besonderen Stern. Er führt sie zur Geburtsstätte des Jesuskindes nach Bethlehem. Das Neue Testament spricht nicht von Königen. Erst in späteren Jahrhunderten wurde ihnen königliche Herkunft zugeschrieben. Es gibt aber auch Parallelen im Alten Testament, wie z.B. nach dem Propheten Jesaja: «Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz.» (Jes 60,3) Nach der Legende wurden den Weisen im sechsten Jahrhundert die Namen Caspar, Melchior und Balthasar zugeschrieben. Ihre Anfangsbuchstaben «CM- B» stehen für die Namen der drei Könige. Eine häufiger verwendete Deutung lautet: Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus. Die katholische Organisation Missio empfiehlt das Dreikönigszeichen 20*C+M+B+19 mit der aktuellen Jahrzahl am Anfang und Ende. Der Stern steht für Jesus Christus, die drei Kreuze für Vater, Sohn und Heiliger Geist. rh


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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