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Gesellschaft

Allein Gott und dem Gewissen verpflichtet

«Reformiert» – was meinen wir damit? Hans Henning Quast hat diese Frage aus seiner Sicht beantwortet.

«Wenn ich mich frage, was an meinem Denken und Handeln «reformiert» ist, kommen mir zwei Dinge in den Sinn: Der Reformator Martin Luther war es, der das Wort «Gewissen» erfunden hat. Der Begriff existierte vorher in der deutschen Sprache nicht und noch heute gibt es ihn in dieser Klarheit in keiner anderen europäischen Sprache. Sein Gewissen vor Gott und die Berufung darauf erlaubte Martin Luther, sich auf dem Reichstag zu Worms vor Kaiser und Fürsten mit folgenden Worten zu verteidigen: «Da mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, kann und will ich nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.» Der Geist der Reformation fordert, dass wir die Beantwortung gesellschaftlicher Fragen und schwieriger Problemstellungen aufgrund unseres Gewissens und unserer eigenständigen und direkten Verantwortung vor Gott selbst in die Hand nehmen. Die Reformation verstehe ich als ständige Aufgabe und als immer wieder neue Herausforderung. Wie es Unternehmen in der Wirtschaft tun müssen um weiter zu bestehen, sind wir mit unserem Wissen und unseren Fähigkeiten zur Erneuerung und zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit gefordert. Die Selbstverantwortung vor Gott, die wir durch die Reformation gewonnen haben, müssen wir uns immer wieder bewusst machen und in verantwortungsvolles christliches Denken und Handeln umsetzen.»


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