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Gesellschaft

Herausgefordert selber zu denken

«Reformiert» – was meinen wir damit? Elisabeth Rickenbach hat diese Frage aus ihrer Sicht beantwortet.

«In meinem Glauben geprägt haben mich meine Jahre im Cevi, im Christlichen Verein Junger Menschen. Dort habe ich erlebt und erfahren, dass Glauben etwas Persönliches ist. Im kirchlichen Unterricht habe ich diese persönliche – an Jesus Christus orientierte - Glaubensbeziehung zum Teil vermisst. Auf der Suche nach meiner kirchlichen Zugehörigkeit habe ich auch Freikirchen kennengelernt. Wenn ich mich schliesslich für die reformierte Landeskirche entschieden habe, wohl deshalb, weil in der Landeskirche eine gewisse Offenheit gelebt wird und sie deshalb in der Gesellschaft eine grössere Akzeptanz geniesst. Die Bibel leitet mich in meinem Glauben. Als Reformierte sind wir dazu legitimiert über unseren Glauben zu reden. Wir sind herausgefordert selber zu denken. Das war und ist für mich nicht in allen Lebenslagen immer nur einfach. Und doch haben auch Traditionen ihren Wert, wenn sie nicht zu «eng» verstanden und gelebt werden. Sie können Halt geben und uns ein Stück weit vom «Selber müssen» entlasten. So habe ich kürzlich den Ewigkeitssonntag als Ort und Anlass erlebt, an dem das Gedenken an die Verstorbenen einen Platz gefunden hat. Zum selbst verantworteten persönlichen Glauben gehört auch das Wirken in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft - in meinem Fall zum Beispiel in der Politik. Ich bin gefordert, meinen Beitrag zu leisten, damit Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung auf dieser Welt wachsen können.»


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Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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