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Kultur

Ein Film mit Szenen zum Weiterdenken

Christina Aus der Au berichtet, was sie vom Zwingli-Film hält.

«Jetzt habe ich ihn auch gesehen wie so viele, den Zwingli- Film. Und ich bin hin- und hergerissen. Einerseits ist alles Bekannte da, alle wichtigen Ereignisse sind historisch korrekt. Und andererseits ist es natürlich ein Kinofilm, der spannend sein will, obwohl man das Ende schon kennt. Und so sind die Katholiken die Bösen, und Zwingli ist die charismatische und starke Erlösungsfigur, der Befreiung von Angst und Unterdrückung bringt. Daran ändert auch seine Frau Anna nicht viel, welche die typisch weibliche Stimme des Mitgefühls und des Zögerns einbringen darf. Aber dann hat es immer wieder Szenen, die differenzierter sind und zum Weiterdenken provozieren. Dort, wo der Täufer Felix Manz seinen Freund Zwingli im Streit um die Taufe auf die Bibel verweist. Dort, wo der Zürcher Bürgermeister Röist die politische Vernunft über das theologische Räsonieren stellt und klar wird, dass das zur reformierten DNA gehört. Dort, wo der katholische Generalvikar Faber Zwingli entgegenhält, er habe ein zu optimistisches Menschenbild, dieser sei zur Freiheit nicht fähig. Und dort, wo Anna ganz am Ende sinniert, dass die errungene Freiheit darin bestehe, alte Gewissheiten hinter sich zu lassen und ein Leben lang auf der Suche zu sein. Da ist sie viel zu modern – Zwingli war sich gewiss, auf der richtigen Seite zu sein. Aber dass es auch auf der richtigen Seite das Gespräch braucht, den Einspruch und die Vielstimmigkeit, und dass Wahrheit verlorengeht, wenn man die Andersdenkenden einfach ersäuft, das wusste er auch.»


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