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Kultur

Ein Film mit Szenen zum Weiterdenken

Christina Aus der Au berichtet, was sie vom Zwingli-Film hält.

«Jetzt habe ich ihn auch gesehen wie so viele, den Zwingli- Film. Und ich bin hin- und hergerissen. Einerseits ist alles Bekannte da, alle wichtigen Ereignisse sind historisch korrekt. Und andererseits ist es natürlich ein Kinofilm, der spannend sein will, obwohl man das Ende schon kennt. Und so sind die Katholiken die Bösen, und Zwingli ist die charismatische und starke Erlösungsfigur, der Befreiung von Angst und Unterdrückung bringt. Daran ändert auch seine Frau Anna nicht viel, welche die typisch weibliche Stimme des Mitgefühls und des Zögerns einbringen darf. Aber dann hat es immer wieder Szenen, die differenzierter sind und zum Weiterdenken provozieren. Dort, wo der Täufer Felix Manz seinen Freund Zwingli im Streit um die Taufe auf die Bibel verweist. Dort, wo der Zürcher Bürgermeister Röist die politische Vernunft über das theologische Räsonieren stellt und klar wird, dass das zur reformierten DNA gehört. Dort, wo der katholische Generalvikar Faber Zwingli entgegenhält, er habe ein zu optimistisches Menschenbild, dieser sei zur Freiheit nicht fähig. Und dort, wo Anna ganz am Ende sinniert, dass die errungene Freiheit darin bestehe, alte Gewissheiten hinter sich zu lassen und ein Leben lang auf der Suche zu sein. Da ist sie viel zu modern – Zwingli war sich gewiss, auf der richtigen Seite zu sein. Aber dass es auch auf der richtigen Seite das Gespräch braucht, den Einspruch und die Vielstimmigkeit, und dass Wahrheit verlorengeht, wenn man die Andersdenkenden einfach ersäuft, das wusste er auch.»


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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