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Religionen

Es wird schwieriger

17.04.2019
Mit der neu gebildeten Arbeitsgruppe «Nothilfe» reagiert das Netzwerk Asyl Thurgau auf das neue Asylgesetz, das am 1. März 2019in Kraft getreten ist.

Das Kreuzlinger Empfangszentrum für Asylsuchende ist seit März kein Empfangszentrum mehr. Mit dem neuen Asylgesetz wurde es zum Rückreisezentrum und stellt den in Kreuzlingen ansässigen Verein Agathu (Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau) vor grosse Herausforderungen. «Wir haben es vermehrt mit Menschen zu tun, die einen negativen Entscheid erhalten haben und ohne Hoffnung sind. Für unsere freiwilligen Helfer ist das nicht einfach», sagt Agathu-Präsident Karl Kohli. Agathu betreibt nebst anderen Projekten in Kreuzlingen einen Kaffeetreff für Asylsuchende.

Ohne Alternativen
Den Menschen, die heute ins Rückreisezentrum kommen, bleiben drei Möglichkeiten: Freiwillige oder erzwungene Rückkehr in ihr Herkunftsland, Nothilfe und Untertauchen. Mit einzelnen Ländern gibt es ein Rücknahmeabkommen, das heisst, die abgewiesenen Asylbewerber werden in Begleitung zurückgeschafft. Bei Ländern ohne Abkommen, wie beispielsweise Eritrea, wird von den abgewiesenen Flüchtlingen verlangt, dass sie freiwillig zurückkehren. Bis zu ihrer Ausreise bekommen sie Nothilfe, was lediglich Essen und Unterkunft bedeutet, erklärt Karl Kohli. Viele dieser Flüchtlinge würden eine Rückkehr nicht in Betracht ziehen, weil die Menschenrechtslage nach wie vor sehr prekär ist. Als Alternative bleibe nur das Untertauchen. Untertauchen sei aber ein schrecklicher Weg, häufig ein Weg in die Kriminalität.

Welche Hilfe ist sinnvoll?
Aufgabe der Arbeitsgruppe «Nothilfe» sei es nun die Situation zu analysieren und Strategien auszuarbeiten, wie man diesen Menschen helfen könne, welche Hilfe überhaupt sinnvoll ist. Dies war Thema an der Jahresversammlung von Agathu anfangs April, an der auch Wilfried Bührer, Kirchenratspräsident der Evangelischen Landeskirche Thurgau, teilgenommen hat. «Es ist wichtig, dass die Kirche ein Auge darauf hat», sagt Karl Kohli. Nebst den traktandierten Geschäften wurde an der Jahresversammlung Eva Tobler, frisch pensionierte Pfarrerin, für die zurücktretende Susanne Ammann in den Vorstand von Agathu gewählt.


Agathu sucht weitere Paten für die Flüchtlinge. Kontaktperson: Rolf Pfenninger, 071 699 20 26, idasonne@bluewin.ch


(Barbara Hettich, 27. April 2019)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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