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Gesellschaft

«Gemeinsam statt einsam»

In Frauenvereinen herrsche schon lange nicht mehr das Geklapper von Stricknadeln, sagt Katrin Schlaginhaufen. Die Präsidentin des Thurgauischen Gemeinnützige Frauenvereins macht aber durchaus Potenzial aus. Auch von der Kirche könnten die Frauenvereine lernen.

Katrin Schlaginhaufen


Alter:
 56
Wohnort: Frauenfeld
Beruf: Pflegefachfrau HF in der Spitex
Kirchliches Engagement: Mitglied der Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld
Mitgliedschaften: Gemeinnütziger Frauenverein Frauenfeld, Thurgauischer Gemeinnütziger Frauenverein TGF
Hobbys: Garten, Kultur, Handarbeit, wandern, lesen

Was gefällt Ihnen am Vereinsleben besonders?
Mit Gleichgesinnten etwas zu bewirken, die Vernetzung im Kanton zu pflegen sowie Anlässe durchzuführen und nützliche Dienstleistungen zu erbringen.

Was könnte man verbessern in Ihren Vereinen?
Das Image der Frauenvereine. Es herrscht schon lange nicht mehr das Geklapper von Stricknadeln an den Vorstandssitzungen vor. Die Frauenvereine sind kleine Unternehmen, die aus eigener Kraft für Bedürftige beachtliche Einnahmen erarbeiten und Dienstleistungen erbringen. Die Sektionen sind in ihren Gemeinden nach den Mottos «es bruchts, also macht mers» und «gemeinsam statt einsam» sehr aktiv. Immer mehr Frauenvereine (auch der TGF) nehmen gleichgesinnte Männer als Mitglieder auf. Zusammen sind wir stark.

Welchen Beitrag können Ihre Vereine für die Gesellschaft leisten?
Hauptaktivitäten der Frauenvereine sind Mahlzeiten- und Fahrdienst, Brockenstuben und Hilfe in Altersheimen. Der TGF stellt sich und seinen Sektionen an jeder Generalversammlung eine Jahresaufgabe. Über die folgenden zwölf Monate werden in den Sektionen und von den Einzelmitgliedern Beträge im fünfstelligen Bereich erarbeitet und an ausgewählte Projekte übergeben. Der TGF-Vorstand betreut ausserdem den «Fonds für Mutter und Kind» zur Unterstützung bedürftiger Familien im Kanton.

Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben? Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Der Glaube ist das Fundament meines Lebens. Er ist neben meiner Familie mein Hintergrund und die Haltung, mit der ich Menschen zu begegnen versuche.

Gibt es etwas, was die Kirche von Ihrem Verein lernen könnte?
Weiterentwicklungen und Veränderungen können nur durch ein Engagement entstehen. Vielleicht kann der TGF etwas von der Kirche lernen: engagierte Menschen zu finden, die bereit sind im Vorstand mitzuarbeiten. Wir suchen ein oder zwei Vorstandsmitglieder für das Präsidium und würden uns über motivierte Leute freuen.

 

(23. Mai 2019, Interview: Pascal Häderli)


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