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Gesellschaft

Offenes Ohr für das Weinen der Seele

Timo Garthe, Seelsorger am Bundesasylzentrum in Kreuzlingen, sagt, wie er seinen seelsorglichen Dienst versteht.

«Die grösste Herausforderung für viele der Asylsuchenden ist die quälende Unsicherheitslage und das lange perspektivlose Warten. Seelsorge unter Heimatvertriebenen und Geflohenen ist für mich eine seelsorgerliche Begegnung mit diesem einen Menschen in diesem Augenblick. Mitten in aller äusseren Befremdung und aller traumatischen Erinnerung bekommt ein Mensch Gehör für das Weinen der eigenen Seele und für Bilder der Hoffnung aus dem inneren Garten, der oftmals wie unter Unrat verschüttet liegt. Die geistliche Dimension unseres Seelsorgeamtes unter entwurzelten Menschen auf der Flucht hebt sich ab – etwa von einer medizinisch-therapeutischen oder juristisch-rechtlichen Beratung. Vertrauensbildung, Beziehungsaufbau und Empathie, Glaube, Transzendenz, Gebet und Mitgefühl: Das sind Dimensionen, die nicht von Rechtsanwälten und -anwältinnen oder Psychiaterinnen und Psychiatern geleistet werden können. Da in den meisten Herkunftsländern eine Trennung zwischen Glaube und Alltag, Religion und täglichem Leben nicht gegeben ist, macht erst die Sprachfähigkeit im Blick auf meine inneren Beweggründe mich als Seelsorgender und als Mensch wirklich glaubwürdig. Es darf zum Ausdruck kommen, dass die Liebe Gottes mich für meinen Dienst bewegt. Es schmälert weder die seelsorgliche Kompetenz, noch wäre es ein Grund, sich zu schämen.»


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