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Gesellschaft

Fast eine Million «erradelt»

22.07.2019
Velofahren für die Solidarität: Das ist der Hintergedanken der Hinterthurgauer Zwei-Stunden-Fahrt. In nunmehr 30 Jahren sind gegen eine Million Franken gesammelt wurden.

Selbst Krisen hielten die Verantwortlichen des Christlichen Vereins Junger Menschen (Cevi) Hinterthurgau nicht davon ab, mit der Zwei- Stunden-Fahrt weiterzumachen. Anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums dürfen sie stolz sein: In dieser Zeit haben hunderte von Teilnehmenden Spendengelder von fast einer Million Franken für aus- und inländische Organisationen «erradelt».

Beziehungen nach Haiti
Velofahrerinnen und –fahrer suchen bei der Zwei-Stunden-Fahrt jedes Jahr Sponsoren, die pro Kilometer einen gewissen Betrag spenden – nur 2017 gab es eine Verschnaufpause. Zwei Drittel des Erlöses gehen traditionell an das Hilfswerk Horyzon, das auf Haiti vor allem schwer geprüfte Mädchen und junge Frauen aus Slums begleitet. Das kam nicht von ungefähr: Das Gründungsmitglied Hansruedi Aeberhard aus Wängi hat nämlich in Haiti einen längeren Einsatz geleistet, und seine Frau Rolande ist gebürtige Haitianerin.

Begleitend sensibilisieren
Ein Drittel des Erlöses geht jeweils an ein gemeinnütziges Schweizer Projekt – dieses Jahr an die Stiftung Kinderhospiz. Nebst Firmen unterstützen auch die beiden evangelischen Kirchgemeinden Aadorf-Aawangen und Münchwilen-Eschlikon die Organisation. Initiant war der Kreis für aktive Kinderund Jugendarbeit – kurz «Kakj» – dem die Cevi-Gruppen Wängi, Sirnach und Eschlikon sowie die Jugendkommission von Fischingen angeschlossen waren. Die ganze Arbeit zog Kreise, so dass auch in Schulklassen für die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Menschen sensibilisiert wurde.

Zu Steuerprozent motiviert
Zeitweise kamen Bedenken auf, dass die Zwei- Stunden-Fahrt andere kirchliche Spendenprojekte konkurrenzieren könnte. Doch die Skepsis wich der Einsicht, dass die Menschen im Hinterthurgau noch viel Potenzial haben, Notleitende oder Benachteiligte zu unterstützen. Deshalb radelt seither vom Kind bis zum Menschen im Ruhestand und von Pfarrpersonen bis zu Direktionsmitgliedern alles mit. Besonders erfreut berichtet Toni Miesch, dass die Zwei-Stunden-Fahrt sogar dazu beigetragen habe, dass in der Poltischen Gemeinde Elgg ein Prozent der Gemeindesteuer für die Entwicklungszusammenarbeit verwendet wird.


30. Hinterthurgauer Zwei-Stunden-Fahrt: Samstag, 31. August, 13.30 Uhr, Start/Ziel Riethof Eschlikon. Mehr Infos: www.2h-fahrt.ch


(29. Juli 2019, Roman Salzmann)


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