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Religionen

Nicht alle können lachen

23.08.2019
Viele Eritreer suchen Zuflucht in der Schweiz. Gerade Christen verweigern oft den Militärdienst und müssen deshalb fliehen. Die Evangelische Landeskirche Thurgau hilft ganz konkret und möchte sensibilisieren.

Stolz präsentiert Yohanes Tesfalase einen gut sieben Kilogramm schweren Käselaib. Seit bald einem Jahr arbeitet der Eritreer in der Käserei Studer in Hatswil. Gekonnt bedient er die Pressmaschine und legt die geformten Käselaibe anschliessend vorsichtig ins Salzbad. Produktionsleiter Marcel Meier ist voll des Lobes: «Er spricht gut Deutsch und ist extrem zuverlässig. Auch wenn er am Morgen um drei Uhr anfangen muss, steht er auf die Minute pünktlich in der Produktionshalle.» Yohanes Tesfalase hat seine Chance gepackt.

Fahrprüfung im Blick
Dass der Christ aus Eritrea in der Käserei arbeiten kann, verdankt er ganz besonders dem Engagement von Ruedi Bertschi. Der Pfarrer war mit der Evangelischen Kirchgemeinde Romanshorn an einer Besichtigung in der Käserei, als er erfuhr, dass ein Hilfsarbeiter gesucht wird. Kurzerhand vermittelte Bertschi den 30-jährigen Eritreer, der regelmässig die Kontaktabende des Solinetz Romanshorn besucht. Dort trifft Yohanes Tesfalase auf andere Flüchtlinge aus seinem Heimatland: «Wir reden viel, spielen gerne Karten oder Billard. Und die Leute von Solinetz unterstützen mich bei komplizierten Briefen und Formularen.» Dank der Hilfe wird Yohanes Tesfalase demnächst sogar die Fahrprüfung machen können. Christen wie er hätten in Eritrea keinen einfachen Stand, sagt Yohanes Tesfalase. Viele von ihnen sträubten sich wegen ihres Glaubens gegen den Militärdienst und müssten deshalb fliehen. Der gebürtige Thurgauer Christian Forster, der als Referent für das christliche Hilfswerk «Open Doors» arbeitet, ergänzt, dass es in Eritrea allgemein sehr gefährlich sei, den christlichen Glauben aktiv zu praktizieren. Besonders gefährlich sei die Situation für Angehörige von Freikirchen. Forster ist überzeugt, dass auch Christinnen und Christen in der Schweiz etwas dagegen unternehmen können: «Einerseits können wir mit gezielten Informationen über die Lage der Christen mithelfen, dass die Situation in Eritrea realitätsgetreu wahrgenommen wird. Andererseits können wir Werke unterstützen, die den betroffenen Christen vor Ort helfen.» Und das Beste sei natürlich, an die bedrängten Glaubensgeschwister zu denken und für sie zu beten.

Engagement bewirken
Die Evangelische Landeskirche Thurgau möchte die schwierige Situation in Eritrea stärker ins Bewusstsein der Thurgauerinnen und Thurgauer rücken. Das sei wichtig, gerade weil so viele Eritreer bei uns Zuflucht suchten, sagt Daniel Aebersold. Er ist Mitglied der Kommission für bedrängte und verfolgte Christen, die den Kirchgemeinden nahelegt, sich in der Passionszeit 2020 mit der Verfolgung in Eritrea zu befassen. Daniel Aebersold hofft, dadurch zusätzliches Interesse und Engagement zu bewirken.


(23. August 2019, Cyrill Rüegger)

Christen in Eritrea

Informations- und Gebetsabend von der Kommission für bedrängte und verfolgte Christen der Evangelischen Landeskirche Thurgau: Freitag, 8. November 2019, ab 20 Uhr, evangelisches Kirchgemeindehaus Frauenfeld.


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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