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Gesellschaft

Diskriminierung endlich beenden

Was meint Pfarrer Peter Kuster zur Öffnung der kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare?

«Nach 3000 Jahren Diskriminierung von Homosexuellen in der jüdisch-christlichen Tradition ist es nach meiner Meinung höchste Zeit, eine vollwertige Ehe auch Schwulen und Lesben zuzugestehen. Eine kirchliche Trauung drückt diese Wertschätzung von Menschen aus, die einen anderen Lebensstil leben als den in den Kirchen traditionellerweise gewünschten heterosexuellen. Dass diese Wertschätzung in der Kirche endlich Wirklichkeit wird, erhoffe ich. Ich fürchte allerdings auch, dass die Spannungen innerhalb unserer Kirche zunehmen. Es wird viel Achtsamkeit und gegenseitiger Respekt notwendig sein, um im Dialog zu bleiben. Es fällt mir immer wieder auf, wie wenig Menschen ihre Gottesbilder reflektieren. Vielen ist einfach klar, was Gott will: Er will das Gleiche wie sie. Ich hoffe, dass die vom SEK angestossene Öffnung einen innerkirchlichen selbstkritischen Reflexionsprozess auslöst, der solche Projektionen hinterfragt. Die anstehenden Auseinandersetzungen werden uns auch zwingen, unser aller Schriftverständnis neu zu überdenken. Das heisst, ich erwarte eigentlich einen Reformprozess innerhalb der Kirche(n). Ich verstehe die Nachsicht gegenüber Pfarrpersonen nicht, die weiterhin Homosexuelle diskriminieren, indem sie ihnen eine kirchliche Trauung verweigern. Das Diskriminierungsverbot gilt auch in der Kirche. Vor 60 Jahren waren übrigens ökumenische Trauungen keine Selbstverständlichkeit. In 60 Jahren wird man möglicherweise über unsere heutigen Probleme den Kopf schütteln.»

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