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Gesellschaft

Die Spezialseelsorgerin

In der Serie «Was macht eigentlich...?» kommt in dieser Ausgabe Pfarrerin Carola Jost zu Wort. Sie wirkte von 1998 bis 2004 in Scherzingen-Bottighofen. Heute engagiert sie sich in der Spezialseelsorge im Kanton Zürich.

Gleich nach dem Studium übernahm Carola Jost im Herbst 1998 die Pfarrstelle in Scherzingen- Bottighofen. Mit ihrem Ehemann Sergio Jost, ihrer dreijährigen Tochter und der Schwiegermutter bezog sie das Pfarrhaus in Scherzingen. Für Carola Jost waren die sechs Jahre im Einzelpfarramt eine spannende Herausforderung. «Zum Glück hatte ich eine gute Unterstützung durch meinen Mann, der als Diakon 20 der 100 Stellenprozente übernahm. » Und: «Die Menschen in der Kirchgemeinde und die Vorsteherschaft haben mir den Berufseinstieg einfach gemacht. Ich war immer willkommen, auch als erste und damals noch ganz junge Frau im Pfarramt in dieser Gemeinde. Ich habe mich voll akzeptiert gefühlt », sagt sie rückblickend.

Ein besonderes Erlebnis war der Kirchenumbau. Was für eine Freude, dass ihre zweite Tochter, die im September 2002 zur Welt gekommen war, im Juni 2003 in der renovierten Kirche getauft werden konnte. Noch heute schwärmt Carola Jost von den Kirchenfenstern des Zürcher Künstlers Hans Affeltranger, der die festliche Einweihung der Kirche leider nicht mehr erlebte.

Nach ihrem Wegzug aus Scherzingen wirkte Carola Jost während neun Jahren in einem Teampfarramt in Zürich-Höngg. Daneben bildete sie sich intensiv im Bereich Seelsorge aus und absolvierte einen Master in Seelsorge, später noch ein Zertifikat in Gefängnisseelsorge an der Universität Bern. Das brachte sie in die Spezialseelsorge des Kantons Zürich. Heute arbeitet sie in einer Psychiatrischen Klinik mit Schwerpunkt Forensik in Rheinau und im Frauengefängnis Dielsdorf. Das hat sie mit Menschen in Kontakt gebracht, die am Rande der Gesellschaft leben und in Krisensituationen sind. «Die Verletzlichkeit von Menschen erlebe ich jeden Tag, und ich freue mich über viele kleine und grössere Schritte, die sie machen.»

Heute erfreut sich Carola Jost in ihrem Wohnort Wasterkingen an den beiden Fenstern in der Dorfkirche, die Hans Affeltranger in den 1980er-Jahren geschaffen hatte. «Das war eine riesige Überraschung, als wir vor sieben Jahren in dieses hübsche Dorf gezogen sind. Mir kam es vor wie ein Bogen von Scherzingen nach Wasterkingen. Wunderbar!»


(Esther Simon, 24. Januar 2020)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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