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Gesellschaft

Älterwerden fordert heraus

Wie kann man sich auf das Älterwerden vorbereiten? Pfarrerin Esther Baumgartner unterstützt Menschen auf diesem Weg und geht aktiv auf sie zu.

Die Kräfte lassen nach, die Haare werden grau und das Gesicht wird faltig. Aber alt sein will niemand. Mit Haarfärben, Verjüngungskuren und Schönheitsoperationen halten wir dagegen, denn alt werden ist in unserer Gesellschaft mit Niedergang, Krankheit und Tod verbunden. Ist das angebracht? «Nein, wie andere Lebensjahre hat auch das Älterwerden seine schönen Seiten», sagt Esther Baumgartner, Pfarrerin aus Weinfelden. Seit rund drei Jahren ist sie in ihrer Kirchgemeinde für die Seniorenarbeit zuständig und erlebt viele ältere Menschen als gelassen, anpassungsfähig und aufgeschlossen.

Spirituelle Fragen tauchen auf
«Es ist wichtig, wie wir unsere restliche Zeit und unseren Abschied gestalten – wichtig für uns und wichtig für die, die zurück bleiben», ist Baumgartner überzeugt. Sie weiss aus ihrer Arbeit, dass Fragen in spiritueller Hinsicht mit dem Älterwerden nicht weniger werden. In Zusammenarbeit mit dem Tecum organisiert sie deshalb Ende März in Weinfelden das Seminar «Reise ins Älterwerden – Chance und Herausforderung». Das Seminar richtet sich an Frauen und Männer ab 49 Jahren, die den Mut haben, sich bewusst mit den eigenen Bildern vom Altwerden auseinanderzusetzen und eine neue, positive Sicht auf diesen Lebensabschnitt entwickeln wollen.

Vielfältig für Ältere engagiert
«Die Kirche macht viel für die Senioren», betont Esther Baumgartner. Dies will die engagierte Pfarrerin auch an der Messe «die50plus» in Weinfelden aufzeigen. Am Messestand der evangelischen Landeskirche wird sie über das Seminar und die vielen weiteren kirchlichen Angebote für ältere Menschen Auskunft geben.

Wie bei einer Weltreise
Kann man sich denn überhaupt auf das Älterwerden überhaupt vorbereiten? «Ich denke schon, obwohl es meist anders kommt als man denkt», sagt Baumgartner. Gefährlich seien Gedanken wie: «Das mach ich dann, wenn ich pensioniert bin!» Wenn man sich hingegen bewusst mit dem Thema «Loslassen» befasse, eröffne dies ganz andere Perspektiven, mache frei für anderes. «Wenn man eine Weltreise plant, informiert man sich auch vorher. Das sollte man auch bei einer Reise ins Älterwerden tun, es kann vieles erleichtern.»

Stand an der Messe «die50plus» im Thurgauerhof in Weinfelden, Halle 3, Stand 41, 28. Februar bis 1. März.

Seminar «Reise ins Älterwerden», evangelisches Kirchgemeindehaus Weinfelden, Freitag, 27. März, 19.30 bis 21.30 Uhr und Samstag, 28. März, 9 bis 12 Uhr. Anmeldung: esther.baumgartner@evang-weinfelden.ch


(Barbara Hettich, 24. Februar 2020)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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