Logo
Gesellschaft

Lügen klar beim Namen nennen

24.03.2020
Ethiker Andreas Näf gibt seine Einschätzung zu «Fake news» ab.

«Aus meiner Sicht gibt es keinen Unterschied zwischen ‹Fake news› – also Lügen – und Halbwahrheiten. Beide sind die Verbreitung bewusst falscher Tatsachen. Sie beide zielen darauf ab, andere Menschen in die Irre zu führen. Fake news und Halbwahrheit sind besonders gemein, weil mit Absicht falsche Tatsachen in die Welt gesetzt werden. Die christliche Ethik verbietet uns die Lüge und auch die Halbwahrheit. Der Kategorische Imperativ des christlichen Philosophen Immanuel Kant darf auch auf den Umgang mit der Wahrheit bezogen werden: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

Und trotzdem gibt es den Fall, in der ich als Christ von einer Notlüge Gebrauch machen muss. Werde ich von einem Menschen mit Mordabsicht gefragt, wo er sein ins Visier genommenes Opfer findet, so wiegt der Schutz des Lebens höher als die Wahrheit. In dieser Extremsituation muss ich eine Güterabwägung machen. Eine Notlüge ist dann gerechtfertigt, wenn es dafür uneigennützige, moralische Gründe gibt.

Prinzipiell sollte nicht gelogen werden. Wo aktuell in der Öffentlichkeit die Frage nach Wahrheit und Lüge gestellt wird, ist es von aussen oft schwierig, sich ein Bild zu machen. Wo aber, wie bei Fake news und Halbwahrheit offensichtlich mit Absicht falsche Tatsachen verbreitet werden, ist das Wort Lüge am Platz. Wir sind im Interesse der Wahrheit und des gegenseitigen Vertrauens verpflichtet, Lügen zu benennen und sie nicht zu rechtfertigen oder schönzureden.»

Diskutieren Sie mit!


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Kommentar erstellen