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Kultur

«Video-Predigten kann ich mir gut vorstellen»

20.07.2020
Pfarrer Karl F. Appl antwortet auf die Frage, welche Chancen Videobotschaften für die kirchliche Verkündigung bieten.

«Nach dem Lockdown war für mich als Pfarrer sofort klar, dass ich den Kontakt zur Gottesdienstgemeinde mit Bild und Ton suchen wollte. Die ersten Versuche mit einer Handykamera auf einem Stativ habe ich zusammen mit meiner Frau unternommen. Wir haben Bild- und Tonqualität verbessert, haben uns mit dem Schneiden von Filmen vertraut gemacht und haben technisch Schritt für Schritt aufgerüstet. Der Aufwand war riesig, aber das Echo war gut.

Die Gottesdienste und die Predigten sind deutlich kürzer geworden. Video ist ein anderes Medium. Es ist anspruchsvoll, die Aufmerksamkeit der Zuschauerinnen und Zuschauer zu behalten. Zwölf Minuten Predigt – mit Vorund Abspann 15 Minuten: Das ist meine Kurzformel für eine Video- Predigt. Aufgrund der Rückmeldungen über das Facebook-Profil der Kirchgemeinde konnten wir feststellen, dass die Predigten auch Menschen erreicht haben, die nicht zu unseren regelmässigen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern gehören.

Weil der technische Aufwand und die inhaltlichen Anforderungen hoch sind, meine ich, dass Video- Kurzpredigten in Zukunft nicht von jeder Kirchgemeinde angeboten werden müssen. Ein Publikum dafür ist vorhanden. Darunter sind Menschen, die keinen Sonntagsgottesdienst besuchen würden. Ich würde es begrüssen, wenn die Landeskirche ein regelmässiges Angebot mit Video-Predigten bereitstellen würde, zum Beispiel jeden Monat. Pfarrerinnen und Pfarrer mit Video-Erfahrung sind in den Thurgauer Kirchgemeinden nach dem Corona- Lockdown vorhanden.»


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