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Gesellschaft

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

25.09.2020
Frank Sachweh antwortet auf die Frage, was Gottvertrauen mit Corona zu tun hat.

Wie viele Spannungen hat Corona bis heute ausgelöst. Wie verschieden werden Infektionsrisiko und Schutzmassnahmen beurteilt. Da prallen, auch unter Christen, Welten aufeinander. Für die einen kann es gar nicht genug Vorsichtsmassnahmen geben. Anderen scheint das übertrieben und dann kommt schnell: Habt ihr denn gar kein Gottvertrauen? Steht in der Bibel: Sorgt nicht für euer Leben. Vertraut auf Gott. Hat Jesus mit Mundschutz gepredigt und die Menschen auf Sicherheitsabstand gehalten?

Aber vernünftige Sorge um das Leben und Gottvertrauen sind doch keine Alternativen. Das eine tun, das andere nicht lassen. Jedes Menschenleben ist kostbar und es ist wichtig auf jeden Einzelnen Acht zu geben, vorsichtig umzugehen mit dem Wunder, das jedes Menschenleben ist.

Christen tun das und sind bereit, dafür Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Ich vertraue auf Gottes Hilfe und darum lege ich die Hände nicht in den Schoss. Wer nur auf Vertrauen setzt und meint, ihm selbst könne deswegen nichts passieren, ist für mich unverschämt und – ja - auch asozial, denn er oder sie wird zur Gefahr für andere und das hat mit Nächstenliebe nichts zu tun. Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht ergänzen einander.

Das Beten macht ja auch keinen Blitzableiter am Kirchturm unnötig, genauso wenig wie die Virenableiter Abstand, Hygiene, Maske. Und die machen das Beten nicht überflüssig. Ich wünsche mir in dieser Diskussion weniger «Turmbau zu Babel» und mehr «Pfingsten».


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